Ein Smartphone-Spiel zur Thrombose-Vorsorge

    7. September 2017, 09:56
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    Gezielte Übungen für Beine und Füße beugen einer Thrombose vor. Eine App soll spielerisch zu mehr Bewegung motivieren

    Wenn ein Gerinnsel dazu führt, dass Blutgefäße, etwa in den Beinen, verstopfen, sprechen Mediziner von einer Thrombose. Sie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zur Risiko-Gruppe zählen vor allem ältere Menschen, aber auch Patienten, die aufgrund einer Krankheit lange im Bett liegen müssen oder sich einer größeren Operation unterziehen mussten.

    Neben Medikamenten und anderen Präventionsmaßnahmen, wie etwa Kompressionsstrümpfen, helfen auch gezielte Bewegungsübungen, das Thrombose-Risiko zu senken. "Bekannt ist dabei vor allem die Fußwippe oder sogenannte Muskel-Venen-Pumpe, kurz MVP", sagt Daniel Steffen, Wissenschaftler an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Dabei wird die Fußspitze zunächst weit nach vorne gestreckt und anschließend soweit wie möglich an den Körper herangezogen. Diese Bewegung soll mit beiden Füßen möglichst oft und regelmäßig wiederholt werden. "Allerdings ist die Übung sehr monoton und ermüdend. Die Patienten haben hierbei oft keine hohe Motivation und Ausdauer. Aus Studien wissen wir, dass rund 65 Prozent der Patienten solche Übungen nicht oder nur teilweise durchführen", so Steffen.

    Mit den Füßen steuern

    Die Forscher haben daher ein Computerspiel für Tablet und Smartphone entwickelt, das über Bewegungen der Füße gesteuert wird, die App "jumpBALL". Es handelt sich dabei um ein Computerspiel, bei dem ein Wasserball über Baumstämme springt, auf denen sich verschiedene Gegenstände wie Diamanten, Münzen, Sterne oder Monster befinden. Springt der Ball darauf, erhält der Spieler Bonuspunkte. Landet der Ball auf einem Monster, werden ihm Punkte abgezogen. "Das Besondere ist, dass die Spieler es mit den Füßen steuern müssen und so gleichzeitig die MVP-Übung durchführen", so Steffen. Das Smartphone oder Tablet wird mit zwei kleinen drahtlosen Sensoren verbunden, die mit Klettbändern auf den Füßen befestigt werden und die Bewegungen erfassen.

    In einer ersten Studie mit 40 Probanden hat Steffen überprüft, wie gut das Spiel die Motivation fördert. Zudem hat er untersucht, wie oft und wie lange die Teilnehmer die Übungen durchführen. Auch ging es darum die Gebrauchstauglichkeit zu testen. Dazu wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. "Eine Gruppe hat jumpBALL gespielt, die Kontrollgruppe verwendete eine Spiel-Variante mit reiner Zählfunktion. Als Anleitung sollten die Probanden der Kontrollgruppe sich vorstellen, Tretboot zu fahren", so Steffen. Beide Gruppen konnten das Spiel jederzeit aus freien Stücken beenden.

    "Wir haben festgestellt, dass die jumpBALL-Gruppe die Übungen deutlich länger und mit mehr Wiederholungen durchgeführt hat, die Motivation also deutlich höher war", sagt der Informatiker. Das Spiel richtet sich vor allem an ältere Menschen und Patienten. In Langzeitstudien wollen die Forscher nun untersuchen, wie diese mit der Technik zurechtkommen und inwieweit diese spielerischen Ansätze für weitere Bewegungsübungen im Reha-Bereich genutzt werden können. (red, 7.9.2017)

    • Daniel Steffen hat das Computerspiel jumpBALL entwickelt.
      foto: thomas koziel/tuk

      Daniel Steffen hat das Computerspiel jumpBALL entwickelt.

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