Familienbund: Väterkarenz kein Orchideenthema mehr

    7. September 2017, 08:13
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    Für rund 70 Prozent ist es sehr oder eher wichtig, den Beruf in der Zeit nach der Geburt des Kindes zurückzustellen. Bereits 2000 Anträge für "Familienzeit", also den Papa-Monat

    Wien – Väterkarenz ist kein Orchideenthema mehr, das erklärt Familienbund-Präsident Bernhard Baier bei einem Hintergrundgespräch mit Familienministerin Sophie Karmasin mit Blick auf eine Studie zur Väterbeteiligung. Der Familienbund zog für die Untersuchung über 1.700 Fragebögen von Männern ab 18 Jahren heran.

    Durchgeführt wurde die Befragung von Oktober 2016 bis März dieses Jahres, um ein Stimmungsbild zu bekommen, so Baier. 83 Prozent der Befragten gaben an, dass es wichtig sei, sich Zeit für sein Kind zu nehmen. Für insgesamt rund 70 Prozent ist es sehr bzw. eher wichtig, den Beruf in der Zeit nach der Geburt des Kindes zurückzustellen. Etwa jeder zweite Befragte gab auch an, einen Vater zu kennen, der in Karenz war. 53 Prozent sagten weiters, dass es in ihren Unternehmen Modelle gibt, die Väterkarenz unterstützen ("Trifft zu" und "Trifft eher zu").

    "Die Väterbeteiligung schreitet klar voran. Immer mehr Männer sind dafür bereit, auch berufliche Einschränkungen in Kauf zu nehmen", erklärte Baier. Dies treffe umso mehr zu, je jünger die Befragten sind. "Väterbeteiligung ist kein Orchideenthema mehr, sondern ist gesellschaftliche Realität geworden." Auch in den Unternehmen steige die Akzeptanz für Väterbeteiligung, das zeige sich an der steigenden Unterstützung in den Firmen. Jetzt müsse der Weg konsequent fortgesetzt werden, so der Präsident des Familienbundes: "Das wird die Aufgabe in der nächsten Legislaturperiode sein."

    Väterbeteiligung sei deshalb ein so zentrales Thema, da es ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum familienfreundlichsten Land Europas sei, erklärte Ministerin Karmasin. Sie sieht Österreich auf dem Weg zum familienfreundlichsten Land Europas. Aktuell liege der Väteranteil beim Kindergeldbezug bei 19 Prozent: "Das ist schon eine Steigerung, aber nicht so, wie wir uns das vorstellen." Väterbeteiligung stärke die Partnerschaftlichkeit in der Familie, Frauen hätten dadurch auch die Möglichkeit, früher in den Beruf wieder einzusteigen. Bereits umgesetzt sei das neue Kindergeldkonto mit der "Familienzeit" – dies ist der Papa-Monat – und dem Partnerschaftsbonus. "Die Familienzeit läuft wirklich gut", zeigte sich die Ministerin erfreut. Hierfür gebe es bereits über 2000 Anträge. (APA, 8.9.2017)

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