Stefan Denifl gewinnt Etappe bei Spanien-Rundfahrt

    6. September 2017, 17:38
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    29-jähriger Tiroler erster österreichischer Tagessieger bei der Spanien-Rundfahrt seit 82 Jahren

    Madrid – Stefan Denifl hat am Mittwoch die 17. Etappe der Vuelta gewonnen. Der 29-jährige Tiroler ist damit der erste Österreicher seit 82 Jahren, der bei der Spanien-Radrundfahrt einen Tagessieg feieren konnte. Zuletzt war das dem legendären Max Bulla im Jahr 1935 gelungen.

    Denifl vom irischen Team Aqua Blue Sport erreichte nach 4:48 Stunden und 180,5 Kilometern solo die Bergankunft auf dem Alto de Los Machucos, einem Anstieg mit bis zu 28 Prozent steilen Rampen. Er hatte sich aus einer sechsköpfigen Ausreißergruppe absetzen können und die Verfolger auf der 7,2 Kilometer langen Schlusssteigung sicher auf Distanz gehalten. Alberto Contador, der nach der Vuelta seine große Karriere beenden wird, lag 28 Sekunden hinter dem Österreicher, Dritter wurde der Kolumbianer Miguel Angel Moreno (+1:04 Minuten).

    "Ich kann es kaum fassen, hatte super Beine. Ich habe die ganze Vuelta auf einen solchen Tag gewartet und alles gegeben", sagte Denifl, der heuer bereits die Österreich-Rundfahrt gewonnen hat. Auch für sein Team sei das ein großer Erfolg, schließlich nimmt Aqua Blue erstmals an einer der drei großen Rundfahrten (Giro, Tour und Vuelta) teil.

    In der Gesamtwertung verteidigte Chris Froome die Führung, verlor aber gegenüber Vincenzo Nibali an Terrain. Der Italiener machte 42 Sekunden gut und liegt nun 1:16 Minuten hinter Froome. Als Dritter folgt der Niederländer Wilco Kelderman (+2:13).

    Viele Chancen, den am Tag nach seinem Zeitfahrerfolg nicht ganz frisch wirkenden Froome noch anzugreifen, gibt es jedoch nicht mehr. Am Donnerstag wartet auf der 169 Kilometer langen Etappe von Suances nach Santo Toribio de Liébana nach drei mittelschweren Bergen "nur" eine 2,5 Kilometer lange Rampe am Ende. Am Samstag gibt es hinauf zum Alto de l'Angliru wohl die letzte Gelegenheit, dem Leader entscheidend Zeit abzunehmen. Der 1.557 Meter hohe Angliru zählt zu den schwierigsten Anstiegen Europas. Die 12,2 Kilometer lange Steigung ist gespickt mit bis zu 23,5 Prozent steilen Passagen. Am Sonntag endet die Rundfahrt in Madrid.

    Denifl, der in der Gesamtwertung keine Rolle spielt, befand sich lange Zeit in einer Fluchtgruppe, die sich bis zu neun Minuten Vorsprung erarbeitete. Im Finish sicherte sich der Stubaier zunächst die vorletzte Bergwertung des Tages – ein Anstieg der ersten Kategorie rund 17 Kilometer vor Schluss –, ehe er den entscheidenden Angriff gegen seinen Fluchtgefährten Daniel Moreno (Movistar) lancierte. (red, APA, 6.9.2017)

    Spanien-Rundfahrt, 17. Etappe, Mittwoch
    (Villadiego – Los Machucos, 180,5 km)

    1. Stefan Denifl (AUT) Aqua Blue 4:48:52 Std.
    2. Alberto Contador (ESP) Trek +0:28 Min.
    3. Miguel Angel Lopez (COL) Astana 1:04
    4. Vincenzo Nibali (ITA) Bahrain
    5. Ilnur Sakarin (RUS) Katjuscha
    6. Rafal Majka (POL) Bora, alle gleiche Zeit
    7. Michael Woods (CAN) Cannondale 1:13
    8. Daniel Moreno (ESP) Movistar 1:17
    9. Wilco Kelderman (NED) Sunweb 1:19
    10. David de la Cruz (ESP) Quick-Step 1:42

    Weiter:
    14. Chris Froome (GBR) Sky 1:46
    15. Wout Poels (NED) Sky 1:53
    17. Fabio Aru (ITA) Astana 2:04
    96. Marco Haller (AUT) Katjuscha 17:06
    104. Patrick Konrad (AUT) Bora 18:20

    Gesamtwertung:
    1. Froome 67:44:03 Std.
    2. Nibali +1:16 Minuten
    3. Kelderman 2:13
    4. Sakarin 2:25
    5. Contador 3:34
    6. Lopez (COL) Astana 4:39
    7. Woods 6:33
    8. Poels 6:40
    9. Aru 6:45
    10. De la Cruz 10:10

    Weiter:
    59. Denifl +2:11:17 Std.
    116. Konrad 3:21:33
    117. Haller 3:21:50

    • Stefan Denifl erreicht als Erster das Ziel auf dem auf dem Alto de Los Machucos: "Der schönste Tag meiner Karriere."
      foto: apa/afp/jordan

      Stefan Denifl erreicht als Erster das Ziel auf dem auf dem Alto de Los Machucos: "Der schönste Tag meiner Karriere."

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