Uganda sperrt christlichen TV-Sender wegen leichter Bekleidung des Personals

    6. September 2017, 16:31
    57 Postings

    Rundfunklizenz wegen "anstößiger" Sendungen auf unbestimmte Zeit aufgehoben

    Kampala – Die Behörden in Uganda haben einen Fernsehsender wegen der aus ihrer Sicht unangebrachten Kleidung der Moderatoren gesperrt. Sie seien "zu leicht bekleidet", sagte am Mittwoch der Leiter der Medienbehörde, Godfrey Mutabazi. Die Behörde hatte am Dienstag mitgeteilt, die Rundfunklizenz des Senders ABS Television werde auf unbestimmte Zeit wegen "anstößiger" Sendungen aufgehoben.

    Warnungen, der Sender solle die Programme überarbeiten und entsprechende Sendungen nicht mehr ausstrahlen, seien nicht beachtet worden. In Videos der Nachrichtensendung sind Moderatorinnen teilweise in knielangen, engen Kleidern zu sehen. Immer wieder schwenkt die Kamera auf die Beine oder Hintern der Frauen. In einer Sendung hätten sich die Frauen teilweise ausgezogen, berichtete die Zeitung "The New Vision". Der christliche Fernsehsender strahlt unter anderem Nachrichten, Musik und religiöse Sendungen aus.

    Das ostafrikanische Land machte in der Vergangenheit bereits Schlagzeilen, weil es etwa Staatsbeamtinnen das Tragen von kurzen Röcken und Kleidung mit Dekolletes verbot und drakonische Strafen für Homosexuelle vorsieht. Hintergrund ist das Erstarken radikal-evangelikaler Christen, die mit Forderungen nach strikten Vorschriften die Gesellschaft und die Regierung vor sich hertreiben. (APA, 6.9.2017)

    Share if you care.