Umfassende Genstudie zeigt: Der Mensch evolviert immer noch

    11. September 2017, 07:00
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    Bestimmte krankmachende Genvarianten kommen bei langlebigen Menschen im Schnitt seltener vor

    New York – Eine aktuelle, groß angelegte Studie liefert Hinweise darauf, dass die Menschheit immer noch einem signifikanten Evolutionsprozess unterworfen ist. Hauptergebnis der internationalen Untersuchung ist ein negativer Zusammenhang zwischen den genetischen Prädispositionen für Alzheimer bzw. hohem Nikotinkonsum und Langlebigkeit.

    Die Wissenschafter analysierten für ihre Arbeit die Genome von 210.000 US-Amerikanern und Briten. Dabei fanden sie heraus, dass genetische Varianten, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindungen stehen, seltener bei Menschen vorkommen, die im Schnitt länger leben. Ebenso verhielt es sich bei Gen-Eigenschaften, die bei starken Rauchern vorkommen.

    Natürliche Selektion

    Auch einige Mutationen, die auf eine Prädisposition für Herzkrankheiten, Fettleibigkeit und Asthma hinweisen, traten bei Probanden mit längerer Lebenserwartung seltener auf. Wie Hakhamenesh Mostafavi und seine Kollegen von der Columbia University im Fachjournal "Plos Biology" schreiben, lässt sich daraus schließen, dass die potenziell krankmachenden Genvarianten längerfristig seltener an Nachkommen weitergegeben werden.

    "Es ist ein subtiles Signal, aber die die genetischen Ergebnisse zeigen, dass natürliche Selektion auch in der modernen menschlichen Population eine Rolle spielt", meint Joseph Pickrell, Koautor der Studie. Einige dieser ungesunden Gene dürften bereits in der Vergangenheit aus dem Genom verschwunden sein. (red, 11.9.2017)

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