Kurz: Väter sollen Bonus an Alleinerzieherinnen weitergeben

    6. September 2017, 14:56
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    Geschiedene Väter sollen 1.500 Euro Steuerbonus an alleinerziehende Mütter weitergeben, präzisiert die ÖVP ihren Vorschlag

    Wien – ÖVP-Chef Sebastian Kurz will den im Wahlprogramm angekündigten 1.500 Euro-Steuerbonus für Familien auch gering verdienenden Alleinerzieherinnen zukommen lassen – und zwar über den Umweg der Väter. "90 Prozent der Alleinerzieherinnen haben Kinder, die einen Vater haben, der bekannt ist", sagte Kurz Mittwoch gegenüber der APA: "Wenn der den Steuerbonus bekommt, muss er ihn weitergeben."

    Diese verpflichtende Weitergabe des Steuerbonus vom geschiedenen Vater an die Mutter steht zwar nicht im Wahlprogramm der ÖVP, aber: "Das ist unsere Überlegung", versicherte Kurz. Dass Alleinerziehende in seinem Modell schlecht aussteigen würden, will sich Kurz ohnehin nicht nachsagen lassen: "Es gibt keine wahlwerbende Partei, die ein Modell hat, wo sie besser aussteigen würden."

    Einkommen zu gering für Steuerbonus

    Die Innsbrucker Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die meisten Alleinerzieherinnen den Steuerbonus nicht in Anspruch nehmen könnten, weil sie wegen ihres geringen Einkommens keine Lohnsteuer zahlen.

    Auch den derzeit schon bestehenden Absetzbetrag von bis zu 2.300 Euro für Kinderbetreuungskosten können Eltern nur dann ausschöpfen, wenn sie über ein entsprechend hohes Einkommen verfügen. Laut ÖVP-Programm soll der neue Steuerbonus ohne weitere Bedingungen für jedes unter 18-jährige Kind ausgezahlt werden und die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ersetzen. (APA, 6.9.2017)

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