FPÖ-Politiker lesen in Video erhaltene Hasspostings vor

    6. September 2017, 12:15
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    Norbert Hofer, Petra Steger und Herbert Kickl nehmen an FPÖ-Version von bekanntem Videoformat teil

    Hass im Netz ist in den vergangenen Jahren zu einem dominanten Thema aufgestiegen: Staatliche und private Initiativen wurden eingerichtet, eine Reihe an Sachbüchern geschrieben und der Druck auf die großen IT-Konzerne erhöht. Dabei ging es vor allem um Hassrede gegen Flüchtlinge, Politikerinnen und Minderheiten wie die LGBTQ-Community. Die FPÖ denkt jedoch, "dass es vor allem die Freiheitlichen sind, die mit Hasspostings überschüttet werden".

    "Trottel oder Rechtsextreme"

    Um das zu illustrieren haben nun drei FPÖ-Politiker ein YouTube-Video aufgenommen, in dem sie Hasspostings gegen ihre Person vorlesen. Da das Video als "Teil 1" betitelt ist, dürften weitere Clips folgen. Norbert Hofer zitiert etwa den Politberater Rudi Fußi, der Hofer-Wähler als "Trottel oder Rechtsextreme bezeichnete". Die Nationalratsabgeordnete Petra Steger liest ein Hassposting vor, in dem sie als "widerliches braunes Drecksgesindel" bezeichnet wird.

    fpö tv

    "Phaeton"

    Generalsekretär Herbert Kickl verweist wiederum auf ein Posting im STANDARD-Forum: Ein User schrieb damals, dass Kickl ein Phaeton zustünde – in diesem Automodell war Jörg Haider ums Leben gekommen. Derartige Postings werden beim STANDARD umgehend gelöscht, sobald Community Manager darauf aufmerksam werden.

    Böse Tweets bei Kern

    Zuvor hatte SPÖ-Chef und Kanzler Christian Kern "böse Tweets" vorgelesen.

    spoevideos

    Erfunden hat er das Format auch nicht – es kam zuvor in US Late Night-Sendungen auf, etwa bei Jimmy Kimmel. Dort las etwa US-Präsident Barack Obama gemeine Tweets vor. Damals war das allerdings eher ein humoristisches Element als ein Mittel, um vor Hass im Netz zu warnen. FPÖ-Politiker waren in den vergangenen Monaten immer wieder selbst als Urheber vermeintlicher Hasspostings in die Kritik geraten. So hatte der freiheitliche Nationalrat Christian Höbart etwa Asylwerber als "Erd- und Höhlenmenschen" bezeichnet. (fsc, 6.9.2017)

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