Höxter-Prozess: Neue Version für den Tod eines Opfers

    5. September 2017, 13:11
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    Angeklagter äußerte sich in schriftlichen Notizen zu Vorwürfen

    Paderborn – Im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter sind am Dienstag Aufzeichnungen des Angeklagten Wilfried W. verlesen worden, in denen er seine Ex-Frau beschuldigt. Angelika W. soll demnach für den Tod von Anika W. aus Niedersachsen verantwortlich sein. Die 33-Jährige ist eine der beiden Frauen, die in dem Haus in Höxter ums Leben gekommen sind.

    Nach den Notizen des 47-Jährigen soll seine Mitangeklagte das Opfer nach einem Wutanfall gewürgt und so ohne sein Wissen getötet haben. Angelika W. hat den Tod der Frau anders geschildert.

    Demnach war die bereits verletzte und körperlich stark geschwächte Frau bei einem Sturz mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufgeschlagen. Von einer schweren und sogar später tödlichen Verletzung wollen beide Angeklagte zunächst nichts bemerkt haben. Am nächsten Tag starb die Frau wohl an den Folgen des Aufpralls.

    Leiche verbrannt

    Was genau passiert ist, kann nicht mehr aufgeklärt werden. Die beiden Angeklagten sollen die Leiche der Frau aus Uslar in einer Kühltruhe gelagert, später zerstückelt und in einem Ofen verbrannt haben.

    Die Notizen hatte Wilfried W. an den psychiatrischen Gutachter in dem Verfahren übergeben. Auf über 21 Seiten schildert er aus seiner Sicht das Verhältnis zu seiner Ex-Frau Angelika W. Er habe unter ihrer dominanten Art gelitten, sei von ihr aber auch abhängig gewesen.

    Durch einen provozierten Autounfall bei Tempo 90 habe Angelika W. ihn umbringen wollen. Diese Anschuldigungen waren bereits an früheren Verhandlungstagen Thema am Paderborner Landgericht gewesen.

    Jahrelang Frauen misshandelt

    Das Paar soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Der 47-Jährige und die 48-Jährige sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt.

    Der Prozess wird am 12. September fortgesetzt. Weitere Verhandlungstermine sind bis November angesetzt. (APA, 5.9.2017)

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