Zehn Tipps für mehr Gehalt

    7. September 2017, 13:38
    21 Postings

    Sieben bis acht Prozent mehr fordern, Konjunktive vermeiden, auf die Körpersprache achten: Strategien für die Gehaltsverhandlung

    Für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung hat die Jobbörse Stepstone Tipps zusammengestellt:

    1. "Gehaltsanpassung" statt "Gehaltserhöhung"

    Auch wenn der Unterschied zur "Gehaltserhöhung" nur im zweiten Teil des Wortes besteht, könne eine "Anpassung" charmanter und weniger negativ für das Gegenüber klingen als die gemeinhin geforderte Gehaltserhöhung.

    2. Die Summe selbst nennen

    Da große Gehaltssprünge eher die Ausnahme sind, solle man beim Erstgespräch mit einem künftigen Arbeitgeber genau Bescheid wissen, was als adäquates Einstiegsgehalt gelten kann. Man solle nicht auf einen Vorschlag warten, sondern die Summe nennen, die man sich vorstellt. Falsche Bescheidenheit sei beim Thema Gehalt fehl am Platz.

    3. Höhere Summe nennen

    Man solle bei den Verhandlungen auf eine höhere Summe abzielen als die, auf die man es tatsächlich abgesehen hat. Der Aufschlag dürfe nicht allzu hoch sein, aber hoch genug, um mit etwas Verhandlungsspielraum nach unten auf den Betrag zu kommen, mit dem man für die nächsten Monate zufrieden ist. Als grobe Richtlinie gelten könnten sieben bis acht Prozent mehr.

    4. Keine runde Zahl nennen

    Durch die Erstnennung eines "krummen", also bis auf den einzelnen Euro angegebenen Bruttobetrags signalisiere man Kompetenz und strategisches Denken. Es gelte, nicht zu übertreiben. Centbeträge wirken lächerlich. Ein weiterer Rat: vor Gehaltsverhandlungen den Brutto-Netto-Rechner benützen und ermitteln, was einem am Monatsende bleibt. Mit Vorgesetzten solle man immer über Bruttobeträge sprechen, denn sie interessiere, wie viel jemand inklusive aller Ausgaben tatsächlich kostet.

    5. Erstes Angebot ablehnen

    Das erste Angebot solle man nicht annehmen, auch wenn es einem nicht zu wenig ist – denn da starteten die Verhandlungen eigentlich erst. Sein Jahresverdienst könne man erhöhen, indem man mit dem Arbeitgeber leistungsbezogene Prämien vereinbart. Falls das im Unternehmen nicht üblich ist, solle man sich ein eigenes Modell für eine Erfolgsprämie überlegen und es den Vorgesetzten vorschlagen.

    6. Eine selbstbewusste Haltung einnehmen

    Um als souverän wahrgenommen zu werden, gelte es, auf Körpersprache zu achten, auf sein Sprechtempo und die Vermeidung von Konjunktiven wie "Wenn es möglich wäre, würde ich gerne nächstes Jahr 15 Prozent mehr verdienen, netto, hätte ich mir gedacht". Die Empfehlung: den Blickkontakt dem Kommunikationsverhalten des Gegenübers anpassen, Sprechpausen einlegen und aufrecht sitzen.

    7. Eine Leistungsmappe anlegen

    Man solle es sich außerdem zur Gewohnheit machen, die eigene Leistung in einer Mappe zu dokumentieren. So habe man einerseits bei der Verhandlung ein besseres Gefühl, andererseits einige Argumente für eine Gehaltserhöhung parat. Auch Weiterbildungen könnten in der Mappe niedergeschrieben werden.

    8. Unterbrechungen kontern

    Auf mögliche Unterbrechungen gelte es, sich vorzubereiten – und zwar indem man sich eine Strategie zurechtlegt. Das könne sein, dass man darauf besteht, seinen Satz zu Ende zu führen – oder dass man zu einem späteren Zeitpunkt unbeirrt auf das Thema zurückkommt.

    9. Regelmäßig nachverhandeln

    Es gelte, das Thema Gehaltsanpassung mindestens alle ein bis zwei Jahre aktiv und entschieden anzusprechen. Wer öfter fragt, steigere seine Chancen darauf, mehr Geld zu bekommen.

    10. Alternativen ausloten

    Bekommt man weniger als gefordert oder wird einem die Gehaltsanpassung überhaupt abgeschlagen, solle man nicht nachgeben, sondern aktiv nach anderen Formen der Abgeltung suchen. Denn Nachgeben könne als Schwäche gewertet werden. Mögliche andere Vorteile wären: flexiblere Arbeitszeiten, Sonderurlaub, Sonderprämien, Rabatte, Benzingeld et cetera. (red, 6.9.2017)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Mehr als die Hälfte der Angestellten hat laut einer aktuellen Umfrage innerhalb des vergangenen Jahres nach einer Gehaltserhöhung gefragt.

    Share if you care.