Schwere Zeiten für das Ehepaar Netanjahu

    4. September 2017, 17:45
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    Ermittlungen gegen den israelischen Regierungschef und seine Frau in mehreren Fällen

    Tel Aviv – Sara Netanjahu, die Ehefrau des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, könnte schon bald wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder angeklagt werden. Das berichtete die Zeitung Haaretz am Montag auf ihrer Webseite.

    Ermittler des Betrugsdezernats hatten Sara Netanjahu bereits vor etwa einem Monat in der Causa vernommen. Sie soll, so der Verdacht, öffentliche Gelder für Zwecke der privaten Haushaltsführung abgezweigt haben. Sie selbst bestreitet jedoch die Vorwürfe.

    Der angebliche Schaden beträgt laut Haaretz umgerechnet knapp 94.000 Euro. Der Premierminister hatte sich in der Vergangenheit ironisch zu den Ermittlungen gegen seine Frau geäußert: Es gehe dabei "um die wichtigsten Dinge der Welt" wie etwa "das Auswechseln einer Glühbirne" oder "eine Tasse Tee für ihren Vater".

    Fall 1000, Fall 2000, Fall 3000

    Erst am Sonntag hatte Sara Netanjahus Anwalt im israelischen Rundfunk erklärt, seine Mandantin habe sich in der Angelegenheit einem Lügendetektortest unterzogen, nachdem sie "fürchterlich verleumdet" worden sei. Ergebnisse von Lügendetektortests sind in Israel vor Gericht allerdings nicht verwertbar.

    Auch gegen den Premier selbst sind Verfahren anhängig. In einem geht es um den Verdacht der Geschenkannahme – israelische Medien berichten in dem Zusammenhang vom "Fall 1000".

    In einer weiteren Causa, dem "Fall 2000", soll Netanjahu sich um eine geheime Vereinbarung mit dem Herausgeber der Zeitung Yediot Ahronot bemüht haben. Im Gegenzug für gute Presse sollte, so der Verdacht, ein konkurrierendes Gratisblatt über neue gesetzliche Auflagen in Schwierigkeiten gebracht werden.

    Im Fall 3000 – Ermittlungen zum Korruptionsverdacht beim Kauf deutscher U-Boote – hat Israels Polizei am Sonntag erneut sechs Verdächtige festgenommen. Netanjahu selbst wird in dieser Causa nicht als Verdächtiger geführt. Er betont, er habe sich beim Kauf der U-Boote nur von Sicherheitsinteressen leiten lassen. (red, 5.9.2017)

    • Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Ehefrau Sara sehen sich mit gleich mehreren Vorwürfen konfrontiert.
      foto: reuters/cohen

      Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Ehefrau Sara sehen sich mit gleich mehreren Vorwürfen konfrontiert.

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