Anschlag auf Kino in Uralmetropole Jekaterinburg

    4. September 2017, 17:08
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    Verdächtiger gilt als psychisch labil

    Moskau – Ein Kleintransporter ist am Montag kurz vor sechs Uhr morgens in ein Kino der russischen Millionenstadt Jekaterinburg gerast. Augenzeugen berichteten, dass der Fahrer daraufhin aus dem Wagen stieg und einen Molotowcocktail auf das Auto warf, das daraufhin explodierte. Der Mann floh. Die Flammen schlugen schnell auf das Gebäude über, dessen Fassade schwer zerstört wurde. Dutzende Feuerwehrleute mussten den Brand löschen.

    Dass es keine Opfer gab, ist laut den Sicherheitsorganen wohl dem Umstand zu verdanken, dass mehrere an Bord befindliche 200-Liter-Zisternen mit einer noch unbekannten Flüssigkeit und drei Gasballons trotz des Brands nicht explodierten.

    Der Bürgermeister Jekaterinburgs, Jewgeni Roisman, bezeichnete den Vorfall als "Terroranschlag", auch wenn das Gebäude leer gewesen sei. Es handle sich wohl um eine "demonstrative Aktion", die allerdings Hintermänner gehabt haben müsse, mutmaßte der Politiker.

    Die Polizei ermittelt derzeit nur wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung und hat auch bereits einen Verdächtigen. Bei dem Täter soll es sich um einen 39-Jährigen aus der Uralregion handeln, der unter psychiatrischer Beobachtung steht. Der Mann soll sich bei der Aktion selbst schwere Brandverletzungen zugezogen haben, er wandte sich an ein Krankenhaus. Dort wurde er von der Polizei festgenommen. Bei einem ersten auf Video aufgezeichneten Verhör im Krankenhaus antwortete er auf die Frage, was er am Morgen gemacht habe: "Ich bin ins Kino gefahren."

    Den Vortag habe er in der Kirche mit Beten verbracht, gab er zu Protokoll. In seinem letzten Eintrag im russischsprachigen Sozialnetzwerk "Odnoklassniki" warnte er orthodoxe Gläubige davor, sich elektronische Dokumente anfertigen zu lassen. Das sei eine Abkehr von Christus, behauptete er. (ab, 4.9.2017)

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