Antiterrormauer auf dem Ballhausplatz könnte Kundgebungen behindern

    4. September 2017, 16:49
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    Die Anfang des Jahres beschlossene Barriere in der Wiener Innenstadt soll bis Oktober fertig sein

    Wien – Der Ballhausplatz ist den Wienern wichtig. Das merkt man an den Reaktionen auf bauliche Eingriffe, die dort als Antiterrormaßnahmen gedacht sind. Wie berichtet soll bis Oktober eine 60 bis 80 Zentimeter hohe Mauer, also eigentlich ein Mäuerl, Kanzleramt und Präsidentschaftskanzlei vor etwaigen Amokfahrten und Autobomben schützen.

    Entsprechende Maßnahmen waren bereits Anfang des Jahres angekündigt worden – auch im Hinblick auf die österreichische EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018. Ursprünglich plädierte das Innenministerium für Granitblöcke, inzwischen einigte man sich mit der Stadt Wien auf die Mauer mit Fußgängerdurchlässen, die in einem Aufwasch mit der Belagssanierung errichtet wird. Außerdem werden im Regierungsviertel weitere versenkbare Poller installiert.

    foto: robert newald
    The Show must go on: Ein Fiaker passiert die Baustelle im Regierungsviertel.

    Sorge ums Ensemble

    In vielen Städten Europas gibt es rund um Regierungsgebäude und Veranstaltungen bereits Barrieren. Das goldene Wiener Herz sorgt sich um das historische Ensemble. Demokraten befürchten, dass Versammlungen behindert werden könnten.

    Der Ballhausplatz, dessen Name sich nicht vom Tanz, sondern vom Sport ableitet (in Ballhäusern wurden Vorläufer von Tennis und Badminton gespielt), ist der wichtigste Kundgebungsplatz des Landes. Die schwarz-blaue Regierung traute sich im Jahr 2000 nicht zur Angelobung über den von Protestanten besetzten Platz, sondern schlich erhobenen Hauptes durch den Tunnel unten durch. (simo, 4.9.2017)

    Kolumne von Hans Rauscher: Fort Sobotka

    Newalds Fotoblog: Mauerbau auf dem Ballhausplatz

    • Baustelle auf dem Ballhausplatz: links das Bundeskanzleramt, rechts die Hofburg, dazwischen im Hintergrund das Innenministerium.
      foto: robert newald

      Baustelle auf dem Ballhausplatz: links das Bundeskanzleramt, rechts die Hofburg, dazwischen im Hintergrund das Innenministerium.

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