Urteil zu Paparazzi-Fotos von Herzogin Kate am Dienstag erwartet

4. September 2017, 14:27
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Schadenersatzforderung von 1,5 Millionen Euro, Staatsanwaltschaft wirft Klatschmagazin "Closer" Schamlosigkeit vor

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung von Fotos, die Herzogin Kate oben ohne im Urlaub zeigten, soll nun am Dienstag in Frankreich das Urteil wegen Verletzung der Privatsphäre fallen. William und Kate fordern 1,5 Millionen Euro Schadenersatz. Als "grotesk und völlig ungerechtfertigt" verurteilten die Royals 2012 den Abdruck der Oben-ohne-Fotos im Klatschmagazin "Closer".

William und Kate, die inzwischen einen Sohn und eine Tochter haben und, wie am Montag verkündet wurde, ein drittes Kind erwarten, wollen mit der hohen Schadenersatzforderung auch ein Signal der Abschreckung aussenden. Die Fotos hatten im September 2012 weltweit für Aufsehen gesorgt: "Closer" veröffentlichte Aufnahmen der nur in Bikinihöschen bekleideten Herzogin von Cambridge auf einem Luxusanwesen in der südfranzösischen Provence, wo sie mit William Urlaub machte.

Vorwürfe zur "Schamlosigkeit"

Die französische Justiz untersagte damals in einem Eilverfahren jegliche Weiterverbreitung der Fotos. Zugleich stellten William und Kate Strafanzeige. Der Prozess fand erst im vergangenen Mai in der Pariser Vorstadt Nanterre statt. Vor Gericht mussten sich "Closer"-Chefredakteurin Laurence Pieau, der damalige Chef des "Closer"-Verlags Mondadori, Ernesto Mauri, sowie zwei Paparazzi einer Pariser Foto-Agentur verantworten.

Die Anwälte des Magazins wollten an den Bildern der Royals nichts Verwerfliches erkennen. Nicht nur gebe es ein "legitimes Interesse" an deren Veröffentlichung, argumentierten sie. Die Fotos hätten auch ein "dem Ansehen des Paares förderliches Bild" gezeigt – ein Argument, das bei der Gegenseite Kopfschütteln hervorrief. Die Staatsanwaltschaft warf dem Magazin "Schamlosigkeit" vor und forderte "sehr hohe Geldstrafen" gegen die Angeklagten.

Vorfall erinnere an Belästigung von Prinzessin Diana

Prinz William, Nummer zwei der britischen Thronfolge, erinnerte in einem von seinem Anwalt verlesenen Schreiben an den dramatischen Tod seiner Mutter Diana. Die "Königin der Herzen" war 1997 – der Todestag jährte sich vergangene Woche zum 20. Mal – in Paris bei der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Veröffentlichung der Fotos von ihm und seiner Frau sei "schockierend" und "schmerzhaft" gewesen, schrieb William, erinnere sie doch an "die Belästigung, die Ursache für den Tod meiner Mutter Diana war".

Die beiden angeklagten Paparazzi haben bestritten, die Fotos geschossen zu haben. Zwar konnte über Handydaten nachgewiesen werden, dass sie sich damals in der Gegend aufhielten; sie selbst beteuern allerdings, das Paar hartnäckig gesucht, aber nicht gefunden zu haben. Die Anklage schenkte den Beteuerungen keinen Glauben – auch, weil nach Veröffentlichung der Fotos viel Geld auf die Konten der Fotografen floss. (APA, 4.9.2017)

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