USA: Russland protestiert gegen Durchsuchungen

    3. September 2017, 17:53
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    Russland protestiert. Zuvor hatten Mitarbeiter offenbar Gegenstände verbrannt, schwarzer Rauch stieg auf. Konsulat vor Schließung

    San Francisco/Moskau – Schwarzer Rauch und eine Durchsuchung: Kurz vor der Schließung des russischen Konsulats in San Francisco spitzt sich der Streit zwischen Russland und den USA weiter zu.

    Die US-Geheimdienste hätten für Samstag eine Durchsuchung des Konsulats und der Wohnungen der Mitarbeiter angekündigt, teilte das Außenministerium in Moskau am Freitagabend mit. Die betroffenen Familien sollten das Gebäude für zehn bis zwölf Stunden verlassen, sagte sie. Zuvor hatten Berichte über schwarzen Rauch über dem Konsulat für Aufregung gesorgt.

    Durchsuchungen auch in Washington

    Das russische Außenministerium hat einen Vertreter der US-Botschaft in Moskau einbestellt, um gegen Pläne zur Durchsuchung der russischen Handelsvertretung in Washington zu protestieren. Die geplanten "illegalen Inspektionen" seien eine "noch nie dagewesene aggressive Aktion", erklärte das Ministerium am Samstag. Sie könnten von US-Diensten für anti-russische Provokationen genutzt werden, indem "kompromittierende Dinge" platziert würden.

    Feuer im Innenhof der russischen Handelsvertretung in Washington

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa kritisierte die drohende Durchsuchung als "Invasion unserer konsularischen Einrichtungen". "Mit solchen empörenden Aktionen belasten die USA die ohnehin angespannte Atmosphäre des bilateralen Dialogs und behindern die weiteren "Kooperationsmöglichkeiten", sagte sie. Eine Stellungnahme aus den USA lag zunächst nicht vor.

    Der Vorsitzende des Außenausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, kritisierte den Schritt als Verstoß gegen das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen von 1961. Dieses regelt die Kontakte zwischen Staaten und garantiert Diplomaten Immunität. Der Abgeordnete Alexej Tschepa sagte, die drohenden Durchsuchungen erinnerten an den Kalten Krieg.

    Diplomatischer Streit

    Das Gebäude in San Francisco steht im diplomatischen Streit zwischen Moskau und Washington kurz vor der Räumung. Am Donnerstag hatten die USA Russland aufgefordert, das Konsulat sowie zwei diplomatische Abteilungen in New York und Washington bis Samstag zu schließen.

    Zudem nährten die Berichte über dichten Rauch über dem Konsulat so kurz vor der Schließung Spekulationen, was dort verbrannt worden sein könnte. "Nicht nur Papier", mutmaßte ein KCBS-Reporter auf Twitter. Der Rauch sei schwarz und beißend gewesen.

    Wegen des Qualms war die Feuerwehr angerückt; sie musste aber nicht eingreifen, weil der Rauch aus dem Schornstein kam. Ein Löscheinsatz sei nicht notwendig gewesen, sagte die Sprecherin der Feuerwehr, Mindy Talmadge. Freitag war ein extrem heißer Tag in San Francisco mit Temperaturen bis 35 Grad. Die Luftaufsichtsbehörde teilte mit, der Vorfall werde geprüft. Starke Luftverschmutzer können sich an heißen Tagen eine Strafe einhandeln.

    Außenamtssprecherin: "Zirkus"

    Sacharowa erklärte, dass die Mitarbeiter das Gebäude vor der Schließung "konservieren" würden. Fenster müssten geschlossen und verriegelt, der Strom abgeschaltet und die Wasserversorgung unterbrochen werden, schrieb sie auf Facebook. Dass wegen des Rauchs aus dem Schornstein die Feuerwehr anrückte, bezeichnete sie als "Zirkus". Die Konsulats-Mitarbeiter seien lediglich bemüht, mit dem Verriegeln des Gebäudes "die russisch-amerikanischen Beziehungen zu erhalten – für bessere Zeiten". Was verbrannt wurde, blieb offen.

    Die Außenamtssprecherin bekräftigte den vehementen Protest Russlands gegen das US-Vorgehen und drohte mit Gegenmaßnahmen. "Das ist nicht unsere Wahl – das wird uns aber aufgezwungen", schrieb sie. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja betonte indes, Moskau wolle bei den Vereinten Nationen in New York weiter eng mit Washington zusammenarbeiten.

    Die US-Regierung hatte Russland am Donnerstag aufgefordert, das Konsulat in San Francisco und zwei Büros in Washington und New York bis Samstag zu schließen. Die USA reagierten damit auf die Anordnung aus Moskau, die Zahl der US-Botschaftsbediensteten in Russland um mehr als die Hälfte auf 455 zu reduzieren. Auslöser hierfür war der Beschluss des US-Kongresses über neue Sanktionen gegen Russland gewesen.(APA, Reuters, dpa, 2.9.2017)

    • Feuerwehreinsatz vor dem russischen Konsulat
      foto: ap/eric risberg

      Feuerwehreinsatz vor dem russischen Konsulat

    • Den russischen Diplomaten droht eine Strafe wegen Luftverschmutzung
      foto: ap/eric risberg

      Den russischen Diplomaten droht eine Strafe wegen Luftverschmutzung

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