Nimmt Tui 14 Flieger zurück, wäre Niki-Verkauf leichter

1. September 2017, 18:48
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Tui-Chef zeigt sich gesprächsbereit zu den an Air Berlin vermieteten Flugzeugen von Tuifly – Ex-EnBW-Chef soll an Air-Berlin-Übernahme-Lösung mit Investoren basteln

Frankfurt/Wien/Berlin – Der Chef des Touristikkonzerns Tui, Fritz Joussen, zeigt sich gesprächsbereit zu den Verhandlungen um die 14 an die insolvente Fluglinie Air Berlin vermieteten Flugzeuge der Tochtergesellschaft Tuifly: "Ich bin zuversichtlich, dass es Optionen gibt, wenn sich alle ein Stück bewegen", so Joussen laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung".

Dem Vernehmen nach könne sich die Tui vorstellen, einen Teil der Maschinen und der 700 Crew-Mitglieder zurückzunehmen. Dies würde einen erfolgreichen Verkauf der – nicht insolventen – österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki erleichtern, wo die Flieger derzeit im Einsatz seien, berichtet die Zeitung, ohne Quellen zu nennen.

Indes soll der ehemalige deutsche Energie-Topmanager Utz Claassen einem Magazinbericht zufolge den Kauf der insolventen Air Berlin durchspielen. Claassen habe dem Air-Berlin-Sachverwalter mitgeteilt, dass er "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" angesprochen habe, die die Airline als Ganzes kaufen und sanieren wollten, berichtet der "Spiegel" am Freitag vorab. Bei Claassens Büro in Frankfurt war unmittelbar niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Bekannt ist Claassen vor allem als Geschäftsmann – für vier Jahre bis 2007 leitete er etwa den Energieversorger EnBW.

Damit steigt das Interesse an einer Übernahme der zweitgrößten deutschen Fluglinie offenbar wieder. Zuvor waren mit dem Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl und dem irischen Billigflieger Ryanair zwei Kandidaten abgesprungen. Air Berlin hatte vor rund zwei Wochen einen Insolvenzantrag gestellt. Nun sollen die Geschäfte verkauft werden. Platzhirsch Lufthansa ist ein aussichtsreicher Bieter für ein Großteil des Flugbetriebs der Hauptstadt-Airline. Zu den weiteren Interessenten zählen die britische Easyjet und der deutsche Ferienflieger Condor.

Air Berlin will bis zum 15. September verbindliche Angebote von Investoren einsammeln. Spätestens dann dürfte das Bieterfeld von derzeit rund zehn auf etwa die Hälfte schrumpfen, da der Insolvenzverwalter unzureichende Offerte aussieben wird. Klappt alles, könnte Verhandlungskreisen zufolge bereits am 21. September feststehen, wer welche Teile von Air Berlin bekommt. (APA, 1.9.2017)

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