Rechtsradikale Schläger in Sachsen verurteilt

1. September 2017, 15:26
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Hauptangeklagter erhielt neun Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe

Dresden – Im Prozess gegen drei Rechtsradikale wegen brutaler Angriffe auf Ausländer bei einem Volksfest im deutschen Bundesland Sachsen hat das Landgericht Dresden hohe Haftstrafen verhängt.

Der 33 Jahre alte Hauptbeschuldigte wurde am Freitag zu neun Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Zeigens des Hitlergrußes verurteilt. Ein Mitangeklagter (24) erhielt zwei Jahre und zehn Monate wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Strafvereitelung.

Ebenfalls wegen versuchter Strafvereitelung sowie Zeigens des Hitlergrußes bekam ein 39-Jähriger neun Monate auf Bewährung.

Zwölf Jahre Haft gefordert

Für den Hauptangeklagten hatte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre gefordert. Nach Überzeugung des Gerichts hat er zur Sonnenwendfeier am 18. Juni 2016 in Polenz zwei Bulgaren und später gemeinsam mit den beiden Mitangeklagten einen Deutschen mit rumänischen Wurzeln brutal attackiert und schwer verletzt. Dabei hat er das schon wehrlos am Boden liegende Opfer weiter mit einem Bierkrug auf den Kopf geschlagen und nach Überzeugung des Gerichts auch tödliche Verletzungen in Kauf genommen. Motiv sei eine "fremdenfeindliche und menschenverachtende Gesinnung" gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls. (APA, 1.9.2017)

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