Umsatzplus bei Logistiker TGW – Fachkräftemangel bremst Wachstum

1. September 2017, 15:12
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Firmenchef Kirchmayr: Rot-Weiß-Rot-Card "größte Totgeburt" – Ebit stieg um sieben Prozent auf 43,8 Mio. Euro

Linz – Der Welser Logistikanlagenbauer TGW hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 30. Juni) den Umsatz weiter gesteigert, um 17 Prozent auf 621,8 Mio. Euro. Das Ebit erhöhte sich um 7 Prozent auf 43,8 Mio. Euro. Es wäre noch mehr Wachstum möglich, meinte CEO Georg Kirchmayr in einer Pressekonferenz am Freitag in Linz. Dies scheitere aber am Fachkräftemangel. Die Rot-Weiß-Rot-Card sei eine "Totgeburt".

400 statt wünschenswerter 600 Mitarbeiter kamen im Wirtschaftsjahr 2016/17 neu zum Unternehmen hinzu, der Personalstand liegt nun bei 2.800 weltweit. Für das kommende Geschäftsjahr suche man 500 neue Kräfte, erklärte Kirchmayr. Daher laufe eine große Plakatkampagne zur Rekrutierung. Vor allem im oberösterreichischen Zentralraum sei wegen der "Vollbeschäftigung ein Rennen um die besten Talente ausgebrochen", erklärte Kirchmayr. Die von der Regierung eingeführte Rot-Weiß-Rot-Card, um ausländische Facharbeiter ins Land zu holen, helfe ihm bei der Suche nicht. Viel zu bürokratisch sei das Prozedere. "Meiner Meinung nach handelt es sich um die größte Totgeburt", so der CEO.

Platznöte in Zentrale

Weil der Standort der Zentrale in Wels zu klein geworden ist, wurde mit dem Bau eines Bürokomplexes für 700 Mitarbeiter sowie zwei Produktionsstätten mit 25.000 Quadratmetern im benachbarten Marchtrenk begonnen. Im Mai 2018 soll übersiedelt werden, die Investitionskosten betragen 57 Mio. Euro. Anschließend werde das zu klein gewordene vierstöckige Bürohaus in Wels durch einen achtstöckigen Neubau ersetzt. In Summe sollen im neuen Geschäftsjahr 40 Mio. Euro investiert werden, 20 Mio. Euro davon in den USA. 20 Prozent des Umsatzes macht TGW in den Staaten, 75 Prozent in Europa, und mit drei Prozent sei der chinesische Markt noch ein "zartes Pflänzchen".

TGW bietet verschiedene innerbetriebliche Distributionslösungen in der Größe von kleinen Fördertechnik-Anwendungen bis zu komplexen Logistikzentren an und konzentriert sich dabei auf den Textil- und Lebensmittelhandel sowie General Merchandise und E-Commerce. Zu den Kunden zählen unter anderem Amazon, Adidas, Esprit, Triumph, Conrad, Zalando und Coop. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde mit dem französischen Sportartikelhersteller und -händler Decathlon der bisher "größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte mit einem Volumen von 100 Mio. Euro" abgeschlossen, erklärte Kirchmayr.

Auch für das seit zwei Monaten laufende Wirtschaftsjahr 2017/18 rechnet er mit einem neuerlichen Umsatzplus. "Ich gehe davon aus, dass dann eine Sieben vorne stehen wird" . (APA, 1.9.2017)

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