Drohungen und Anrufe beim Chef: Wie Google mit Kritikern umgeht

    2. September 2017, 09:37
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    In zwei Fällen soll der IT-Konzern Kritiker zum Schweigen gebracht haben

    Google hat offenbar ein Problem mit öffentlicher Kritik. Die New York Times berichtet davon, dass ein Mitarbeiter des Think Tanks New America Foundation gefeuert wurde, nachdem er wiederholt die Monopolstellung von Google kritisiert hatte. Barry Lynn, der Betroffene, hatte die Rekordstrafe der EU-Kommission gegen Google wegen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung als Suchmaschine gelobt. Daraufhin beschwerte sich Google-Vorstand Eric Schmidt bei der Leitung von New America, woraufhin die Zusammenarbeit mit Lynn beendet wurde.

    Angst vor Einstellung der Zahlungen

    Grund für die Kündigung dürfte die Tatsache sein, dass der Konzern das Think Tank mit viel Geld unterstützt hatte. Mehr als 21 Millionen Dollar sollen an New America geflossen sein. Die Leitung des Think Tanks hatte offenbar Angst, dass das IT-Unternehmen künftige Zahlungen einstellte und reagierte prompt. Doch nicht nur Lynn, sondern das gesamte zehnköpfige Team musste die Denkfabrik verlassen. Sie wollen ihre Arbeit abseits des Think Tanks anderswo fortführen.

    Offenbar kein Einzelfall

    Der Fall um Lynn und sein Team ist offenbar kein Einzelfall, wie eine Mitarbeiterin von Gizmodo berichtet. Sie hatte 2011 noch für das Magazin Forbes gearbeitet und in dieser Zeit ein Treffen mit Google-Mitarbeitern gehabt, bei dem ihr nahegelegt wurde, einen Google+-Sharing-Button auf Forbes.com zu implementieren. Sollte man dieser Forderung nicht nachkommen, werden Artikel der Website in den Suchmaschinen-Ergebnisse weiter nach hinten gereiht, so die Ansage.

    Vorgesetzten der Frau wurden kontaktiert

    Daraufhin veröffentlichte die damalige Forbes-Mitarbeiterin einen Artikel mit dem Titel "Implementiert den Google+-Button oder eurer Suchmaschinen-Traffic wird leiden". Nach kurzer Zeit meldete sich der Konzern und forderte, dass der Bericht offline genommen wird, da das Treffen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. In weiterer Folge wurden die Vorgesetzten der Mitarbeiterin kontaktiert und auch ihnen angeraten den Artikel offline zu nehmen. Schließlich nahm die Frau den Bericht offline – eine Entscheidung, die sie auch heute noch bereut. (red, 02.09.2017)

    • Google brachte in zwei Fällen öffentliche Kritiker zum Schweigen, wie nun herauskam.
      foto: reuters/snyder

      Google brachte in zwei Fällen öffentliche Kritiker zum Schweigen, wie nun herauskam.

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