Giftpilze in Gärten und Parks: Deutsche Kinderärzte schlagen Alarm

    2. September 2017, 09:00
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    In den letzten Tagen wurden in Deutschland vier Kinder mit Pilzvergiftung behandelt. Nun wollen Ärzte die Eltern sensibilisieren – Aus Österreich bislang keine Fälle bekannt

    Innerhalb einer Woche mussten deutsche Mediziner vier Kinder mit teils gravierenden Pilzvergiftungen behandeln. Die Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen wollen Eltern deshalb dafür sensibilisieren, auch in Gärten und Parks auf Pilze zu achten. "Kinder pflücken so schnell einen Pilz ab und stecken ihn in den Mund, da sollten die Erwachsenen möglichst zuvor die Spielfläche einmal abgegangen sein und die Pilze entfernen", sagt Oberärztin Imeke Goldschmidt, selbst Mutter eines kleinen Kindes.

    "Ungewöhnliche Häufung"

    Das feucht-warme Wetter lässt derzeit auch in Privatgärten oder Parks Pilze aus dem Boden sprießen. Die Ärzte um Klinikdirektor Dieter Haffner mussten in den vergangenen Tagen zweimal Kinder mit einer Knollenblätterpilzvergiftung behandeln, darunter ein aus Syrien geflüchtetes Mädchen. Beide Kinder sind außer Lebensgefahr. In zwei weiteren Fällen hatten kleinere Kinder Pilze von einer Rasenfläche gegessen. Die Pilze entpuppten sich zum Glück als weniger giftig.

    Der Knollenblätterpilz gilt ab 50 verzehrten Gramm als tödlich. Bei Menschen, die den Verzehr des Giftpilzes überleben, ist häufig eine Lebertransplantation notwendig. "Eine solche Häufung von Pilzvergiftungen bei Kindern ist ungewöhnlich", betont Ulrich Baumann, Bereichsleiter Gastroenterologie/Hepatologie in der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen. "Wir appellieren an die Eltern, genauestens hinzuschauen, wo ihre Kinder spielen."

    Erbrechen und Durchfall als Alarmsignale

    Bereits Ende Juli hatten die Gastroenterologen aus der Klinik von Michael Manns gewarnt, weil sich ungewöhnlich viele Erwachsene an Knollenblätterpilzen vergiftet hatten. Hier gilt weiterhin für alle Pilzsammler: Sollten sich nach dem Genuss gesammelter Pilze Erbrechen und Durchfall einstellen, muss unbedingt an eine Knollenblätterpilzvergiftung gedacht werden. (red, idw-online, 2.9.2017)

    • Der wohl bekannteste unter den giftigen Pilzen: der Amanita muscaria, alias Fliegenpilz.
      foto: imago

      Der wohl bekannteste unter den giftigen Pilzen: der Amanita muscaria, alias Fliegenpilz.

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