Arbeitssuche mit gesundheitlichen Problemen immer schwieriger

1. September 2017, 13:14
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Anteil der Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen seit 10 Jahren verdoppelt – Anzahl ab 50+ sogar verdreifacht – Jobsuche dauert deutlich länger

Wien – Fast jede vierte der beim AMS als arbeitslos vorgemerkten Personen hat mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen zu kämpfen. Deren Anteil hat sich seit zehn Jahren fast verdoppelt, so eine Aussendung des AMS am Freitag. Bei Personen ab 50 Jahren hat sich die Anzahl seit 2007 sogar verdreifacht.

Arbeitslose mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen müssen diese dem AMS durch ein ärztliches Gutachten nachweisen. In Folge werden sie auf geeignete Arbeitsplätze vermittelt oder bekommen spezielle Unterstützung, wenn sie ihren erlernten Beruf aufgrund ihrer Gesundheitsprobleme gar nicht mehr ausüben können.

Im August 2017 waren beim AMS 73.519 Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen als arbeitslos vermerkt, das sind rund 24 Prozent aller Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von rund 3,4 Prozent, obwohl die Arbeitslosigkeit insgesamt um 3,6 Prozent sank.

Anteil beinahe verdoppelt

Betrachtet man den Verlauf der letzten zehn Jahre, so hat sich deren Anteil fast verdoppelt. 2007 lag der Anteil an allen Arbeitslosen bei 14,1 Prozent, Ende August 2017 liegt er schon bei 23,6 Prozent.

Besonders hoch ist der Anstieg der Arbeitssuchenden mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen bei Personen ab 50 und darüber. Hier hat sich die Anzahl seit 2007 fast verdreifacht.

Auch die Dauer der Arbeitslosigkeit jener Personengruppe hat sich verlängert. Im Vergleich zu 2007 blieben die Betroffenen im Jahresdurchschnitt 2016 sogar 65 Tage länger auf Jobsuche. Mit 193 Tagen in Arbeitslosigkeit dauerte ihre Jobsuche deutlich länger, im Durchschnitt suchten Arbeitslose 126 Tage nach einem neuen Job.

Mehr Arbeitslose mit Behinderung

Zu den gesundheitlich beeinträchtigten Personen zählt auch die Gruppe der behinderten Personen. Die Zahl der vorgemerkten "begünstigt Behinderten" und Personen mit Behindertenpass zeigt ebenfalls eine starke Zunahme der Arbeitslosen: Im Vergleich zu 2007 hat sich die Anzahl von 5.390 auf 12.397 mehr als verdoppelt.

Bei einer Erhebung der Statistik Austria aus dem Jahr 2015 gaben rund 18 Prozent der Befragten an, über ein halbes Jahr gesundheitlich beeinträchtigt gewesen zu sein. Dabei wurde vor allem ein Anstieg bei nervlichen und psychischen Problemlagen verzeichnet.

Insgesamt habe sich die Situation der gesundheitlichen beeinträchtigten Arbeitssuchenden durch die Krise 2009 und die konjunkturschwachen Jahre zwischen 2012 und 2016 deutlich verschlechtert, so Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des AMS. (APA, 1.9.2017)

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