"Die gute Tochter": In bester Absicht

    8. September 2017, 15:27
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    Karin Slaughter erzählt die Geschichte eines Strafverteidigers, der durch seine Tätigkeit die eigene Familie zerstört

    Rusty ist ein Anwalt, der jeden Verbrecher optimal verteidigt – und damit seine Familie zerstört. Rustys Frau wird erschossen, die beiden Töchter werden verschleppt und gefoltert; eine wird lebendig begraben, kann sich aber halbtot befreien, die zweite Tochter kommt knapp davon. So beginnt Karin Slaughters Thriller mit dem doppeldeutigen Titel. Wer ist hier die "gute Tochter"?

    Slaughter nimmt das rasante Tempo des Anfangs bald zurück. Es geht ihr um die psychischen Schäden, die die Mädchen erlitten haben, und um ihre Strategien, das Leben zu meistern. Das wird episch, ist aber so intensiv beschrieben, dass die Spannung erhalten bleibt. Spezielle Umstände führen dazu, dass die erwachsenen Schwestern mit den Familien der Gewalttäter konfrontiert werden. Die Traumata, die sie als Kinder erlitten haben, trennen und vereinen sie zugleich.

    Slaughter packt sehr viel in ihren Roman, und im Hintergrund kristallisiert sich ein Grundthema heraus. Nicht alles, was in bester Absicht getan wird, führt zum Guten.(Ingeborg Sperl, 8.9.2017)

    Karin Slaughter, "Die gute Tochter". Deutsch: Fred Kinzel. € 20,60 / 605 Seiten. Harper Collins, Hamburg 2017

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