VW Polo: Wie schnell die Kleinen groß werden

    1. September 2017, 11:18
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    Volkswagen bringt einen Polo, der größer ist als der erste Golf. Folglich gibt es viel mehr Platz, aber auch jede Menge Assistenz- und Komfortsysteme, die in der Klasse neu sind

    Hamburg – Wenn Volkswagen-Markenvorstand Frank Welsch so markige Sätze sagt wie "Der neue Polo bringt die Zukunft in die Klasse der Kompakten", dann denkt man sich zum einen: "Na ja, no na, was soll er sonst sagen?", und dann fällt auf, dass da nicht mehr vom Kleinwagen die Rede ist.

    foto: volkswagen
    Der neue Polo schaut dem Golf ein wenig ähnlich.

    Jetzt definiert man einen solchen gerne als ein Fahrzeug mit weniger als vier Meter Länge. Die überschreitet der Polo erstmals, und das gleich um 53 Millimeter. Damit ist er etwa deutlich größer als der erste Golf und um 83 Millimeter länger als sein Vorgänger.

    Modularer Querbaukasten

    Für die Kenner der Branche: Der Polo steht nun erstmals auf dem Modularen Querbaukasten, dem MQB A0. Schon allein daraus ergibt sich das Wachstum. Er hat jetzt also einen deutlich längeren Radstand – 92 Millimeter mehr -, ist breiter und flacher geworden. Das Kofferraumvolumen wuchs um 71 Liter auf 351 Liter. Also kurzum, ja, das ist de facto ein Kompaktwagen – aber jede Wette, dass er in den Köpfen der Kunden ein Kleinwagen bleiben wird, was es der kleineren Konkurrenz nicht einfacher machen wird.

    foto: volkswagen
    Der Polo von hinten, in der Beats-Version, mit fetter Soundanlage.

    Und jetzt ist der Polo eh so schon ein Dauerläufer. Von der letzten Generation verkaufte Volkswagen unglaubliche 4,2 Millionen Autos, insgesamt setzte VW 14 Millionen Polos ab.

    Die Motorenpalette

    Zum Marktstart im Oktober gibt es erst einmal drei Benziner zur Auswahl. Insgesamt werden die Kunden in den nächsten Monaten aus neun Motoren wählen können, sechs Drei- und Vier-Zylinder-Benzinern, zwei Dieselmotoren und einem Erdgasmotor. Einen Hybrid- oder gar reinen E-Antrieb gibt es vorerst nicht. Also bleibt der Toyota Yaris der einzige Hybrid im Kleinwagensegment – bei den Kompakten gibt es inzwischen mehrere.

    foto: volkswagen

    Obschon, mit dem MQB hat Volkswagen alle Möglichkeiten, jederzeit einen Hybrid in den Polo einzubauen. Bis jetzt sind aber lediglich der 1,5 TSI ACT, der Vier-Zylinder-Benziner mit Zylinderabschaltung und der Erdgasmotor als Vorzeige-Antriebe bestätigt.

    Active-Info-Display

    Alles neu ist am Armaturenträger. Erstmals gibt es das Active-Info-Display im Polo – und nicht nur das, es feiert auch gleich die neueste Generation in diesem Wagen ihre Premiere. Natürlich bleiben in der Basisversion Tacho und Drehzahlmesser analog, aber das serienmäßige "Autoradio", ist bereits das "Composition Colour", ein 6,5 Zoll großes Farbdisplay, mit Radio und SD-Schnittstelle für MP3-Files.

    foto: volkswagen
    Im Innenraum sind die farbigen Panele der große Eyecatcher – und natürlich die Infotainmentwelt.

    Die höchste Ausbaustufe ist dann das volldigitale Active-Info-Display hinter dem Lenkrad, und "Discover Media", ein 8 Zoll großes Touch-Display mit Navigation und Car-Net-Diensten, das Smartphones spiegelt und galant hinter einer Glasfläche untergebracht ist.

    Ähnlich futuristisch geht es bei den Assistenzsystemen zu. Im Polo schon serienmäßig sind nun der Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, der Berganfahrassistent, die Multikollisionsbremse und der Müdigkeitswarner.

    foto: volkswagen

    Optional kann man einen Parklenkassistenten ordern, einen Blind-Spot-Senor, eine Fahrprofilauswahl – in der man das Auto in den Modi "Eco", "Sport", "Normal" vorspannt oder individuell programmiert -, und sogar den Abstandstempomaten ACC gibt es nun schon für den Polo.

    Wer es lieber sportlich mag: Spätestens 2018 kommt dann die sportlichste Ausbaustufe des Polo, der 200 PS starke GTI. (Guido Gluschitsch, 1.9.2017)

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    Volkswagen

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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