Experten warnen: Flöße aus Feuerameisen treiben durch Texas

    Video31. August 2017, 15:29
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    Die geniale Rettungsstrategie der Roten Feuerameise kann Menschen in Überflutungsgebieten gefährlich werden

    Houston – Die Folgen von Hurrikan Harvey sind verheerend, der sintflutartige Dauerregen traf vor allem den US-Bundesstaat Texas schwer. Für Betroffene der Überflutungen und Einsatzkräfte kommt nun ein weiteres Problem hinzu, wie Wissenschafter und US-Medien berichten, und das wird ausgerechnet von einem anderen Rettungssystem verursacht: Nämlich von schwimmenden Feuerameisenkolonien.

    "Do not touch", schreibt der Journalist Mike Hixenbaugh.

    Die ursprünglich aus Südamerika stammende Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gen Norden vorgedrungen und ist längst in den südlichen Staaten der USA verbreitet. Dort hat sie sich zu einem der häufigsten Allergieauslöser entwickelt: Fühlen sich die Insekten bedroht, gehen sie mit Bissattacken und einem Giftstachel im Hinterleib zum Angriff über. Einzelne Stiche sind nur für Allergiker problematisch, doch ganze Kolonien können auch für Nicht-Allergiker lebensbedrohlich werden.

    Genialer Zusammenschluss

    Größeren Ansammlungen von Feuerameisen sollte man also tunlichst aus dem Weg gehen, genau auf solche stößt man aber in den texanischen Überflutungsgebieten immer häufiger. Der Hintergrund ist eine geniale Entwicklung dieser Sechsbeiner: Sie können sich zu lebenden Rettungsflößen verketten und so in großer Zahl Überschwemmungen überleben. Die Ameisen schließen sich dabei mit ihren Füßen und Kieferzangen zu einer Art Floß zusammen, das durch perfekte Anordnung von Tieren unterschiedlicher Größen kein Wasser durchlässt.

    nbc news

    Vorsicht in Flutgebieten

    So faszinierend diese Strategie auch ist, das Ausmaß der "Ameisenflöße" in Texas veranlasst Experten zur Warnung, sich nicht ohne Schutzbekleidung ins Hochwasser zu wagen. "Wer in einem Boot unterwegs ist, sollte schwimmende Ameisen auch keinesfalls mit den Rudern berühren, sie könnten an Bord klettern", schreibt etwa Paul Nester von der Texas A&M University in College Station in einem Informationsblatt der Universität.

    Massenansammlung von Ameisenfloßen in Cuero im Südosten von Texas.

    Wer mit Ameisen in Berührung komme, solle versuchen, sie durch feste Reibung und eventuell unter Zuhilfenahme von Geschirrspülmittel loszuwerden, so Nester. "Mit Wasser abspülen funktioniert nicht." (dare, 31.8.2017)

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