Lunacek: "Brauchen keine Abfangjäger"

    29. August 2017, 12:34
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    Mit dem Slogan "Bildung statt Abfangjäger" rufen die Grünen zur Trendumkehr in der Bildungspolitik auf. Luftraumüberwachung per Radar funktioniere gut genug

    Die aktive Luftraumüberwachung ist aus Sicht der Grünen nicht notwendig. Anschaffung und Betrieb von Abfangjägern würden Milliarden kosten, sagte Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek bei einer Pressekonferenz am Dienstag. "Die Luftraumüberwachung funktioniert durch zivile und militärische Radarüberwachung in Österreich gut. Wir brauchen keine Abfangjäger."

    Ein Konzept, wie Österreich ohne Abfangjäger mit dem Fall umgehen soll, dass ein nichtkooperatives Flugzeug in den Luftraum eindringt, blieb Lunacek trotz mehrmaliger Nachfrage schuldig. Bedrohungsszenarien, bei denen Abfangjäger zum Einsatz kommen würden, sind für Lunacek ohnehin unrealistisch.

    Trendumkehr in Bildungspolitik

    Im Bildungsbereich wäre dieses Geld sinnvoller eingesetzt, ergänzt sie. Konkret soll ein Drittel der frei werdenden Finanzmittel in die bessere Ausbildung der Soldaten und der Ausbildner fließen, die restlichen zwei Drittel ins Bildungssystem. Mehr Chancengerechtigkeit und bessere Sprachförderungen sind die wichtigsten Hebel, an denen angesetzt werden müsse. "Wir brauchen eine Trendumkehr in der Bildung", fordert Lunacek.

    Damit das gelingen könne, müssten zuerst die Anstrengungen an den Hochschulen intensiviert werden. Denn schon jetzt sei der Lehrermangel spürbar, sagt Grünen-Bildungssprecher Harald Walser. Außerdem sei eine massive Abwerbung der Lehrer aus den Nachbarländern zu erwarten. "Auch in der Schweiz und in Deutschland gibt es zu wenige Lehrer."

    Zum Plan von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ), 5.000 Lehrer zusätzlich für benachteiligte Schulen bereitzustellen, vermisst Walser ein konkretes Konzept, etwa woher man die Lehrer nehmen soll. "Ich hätte gern mehr Seriosität." Die Wartelisten der Landesschulräte seien "Potemkin'sche Dörfer", denn die meisten arbeitslosen Lehrer hätten sich längst etwas anderes gesucht und seien nicht verfügbar. (red, 29.8.2017)

    • Ulrike Lunacek, Spitzenkandidatin der Grünen.
      foto: apa

      Ulrike Lunacek, Spitzenkandidatin der Grünen.

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