Portobello: Frische Pasta in der Seestadt Aspern

    29. August 2017, 12:22
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    Am Stadtrand von Wien kann man erstaunlich gut italienisch essen

    Es ist kein Geheimnis, dass man sich in den Wiener Außenbezirken manchmal schwertut, Restaurants mit Qualitätsanspruch zu finden. Zum Glück gibt es Gastronomen, die erkannt haben, dass man auch abseits von Flaniermeilen und gepflasterten Innenstadtgassen gutes Essen anbieten kann. Wenngleich das Ambiente in der Seestadt Aspern sehr steril anmutet und man eine gefühlte Ewigkeit von der Innenstadt dorthin unterwegs ist, sollen hier in rund zehn Jahren 20.000 Menschen leben. Für Gastronomen könnte diese Tatsache durchaus spannend sein. Im Moment ist das kulinarische Angebot auf dem ehemaligen Flugfeld noch sehr überschaubar.

    Kein Wunder also, dass das relativ junge Italo-Lokal Portobello schon jetzt sehr gut besucht ist. Mit dem Ambiente eines Schanigartens in der Innenstadt ist die Terrasse natürlich nicht vergleichbar. Viel zu kühl wirken die modernen Betonklötze, die das Bild der Seestadt prägen. Gut, dass das Servicepersonal so aufmerksam ist und das Essen sehr schnell serviert wird. Und was da auf den Teller kommt, will so gar nicht in die künstliche Umgebung passen.

    foto: alex stranig
    Polpo alla griglia con Tagliolini (11,50 Euro)

    Knusprig gegrillter Oktopus zum Beispiel. Der Polpo ist von zartem Biss, sodass er sich selbst mit schwachen Kauwerkzeugen beißen lässt. Die hausgemachten Limetten-Tagliolini sind al dente gekocht und werden mit frischen Tomaten- und Zucchiniwürfeln aufgemotzt. Die eingelegten Mirabellen, die einen süßen Kontrapunkt schaffen sollten, hätte es nicht gebraucht.

    foto: alex stranig
    Ravioli ai Carciofi (12,80 Euro)

    Ravioli werden mit Artischocken gefüllt und kommen mit frischen Tomaten und Zitronenthymian daher. Obwohl die Betreiber keine Italiener sind, die Liebe für italienisches Essen haben sie hier bereits bewiesen.

    foto: alex stranig
    Gnocchi di patate (12,50 Euro)

    Nicht überbewertet sind hingegen die Teigwaren, die hier – glaubt man der Karte – selbst gemacht werden. So wie die hausgemachten Süßkartoffelgnocchi. Die kompakten und trotzdem nicht am Gaumen klebenden Bemmerln sind köstlich und werden mit Majoranbutter, Salbei und Tomaten serviert. Eine willkommene Abwechslung zu den mehlig-pampigen Dingern, die man oft vorgesetzt bekommt.

    foto: alex stranig
    Pizza Margherita (7,10 Euro)

    Für die Pizza muss man nicht extra aus der City in die Seestadt fahren. Außer es gelüstet einen nach einer ordentlichen Portion geschmolzenem Käse. Ein paar Sekunden mehr im Ofen hätten dem Teig sicher nicht geschadet. Und statt Tomatensauce und Käse, wie auf der Karte beschrieben, würden sich saftige Tomaten, ein paar Scheiben Mozzarella und frischer Basilikum sicher auch ganz gut auf der Pizza machen.

    foto: alex stranig
    Buddha Bowl (10,50 Euro)

    Wesentlich farbenfroher kommt da die Buddha-Bowl daher, die Superfood-Fanatikern ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Alles, was gesund ist, wird hier appetitlich in einer Schüssel angerichtet. Blattspinat, Sojasprossen, Couscous und Co erfreuen nicht nur Freunde des gesunden Essens, auch als Salatalternative taugt diese prall gefüllte Schüssel. Wenn die Weinauswahl noch ein bisschen größer wird, gibt es für Seestadt-Bewohner kaum mehr einen Grund, mit knurrendem Magen die lange Reise in die Innenstadt auf sich zu nehmen. (Alex Stranig, 29.8.2017)


    foto: alex stranig

    Portobello Wien Seestadt
    Maria-Tusch-Straße 14
    1220 Wien
    Website

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