Blinder Läufer unter sehenden: Eine Medaille nach 42 Jahren

Blog30. August 2017, 08:00
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Von Harald Rother, dem Lauffunktionäre 1975 Ehrung und Medaille verweigerten, weil er als Blinder mit Sehenden gelaufen war. Und von Helmut Baudis, der diese Demütigung durch seine Vorgänger 42 Jahre später wiedergutmachte

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foto: thomas rottenberg

Am Montag konnte Harald Rother die Tränen dann doch nicht mehr zurückhalten. Daran ist nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Als vor ziemlich genau zwei Wochen die E-Mail von Helmut Baudis beim STANDARD eintrudelte, mussten auch hier einige Leute schlucken. Und als ich Helmut Baudis die Kontaktdaten von Harald Rother schickte, hatte ich feuchte Augen – und war auch ein bisserl stolz. Obwohl ich nichts anderes getan hatte, als eine Geschichte zu erzählen: die Geschichte von Harald Rother – einem Blinden, der auf der Prater Hauptallee mit dem Blindenstock läuft.

Daran, dass Helmut Baudis sie gelesen hatte, hatte ich keinen Anteil. Und daran, dass Baudis – der Generalsekretär des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV) – dann von sich aus etwas tat, was niemand erwartet hätte, schon gar nicht: Baudis beschloss, Unrecht wiedergutzumachen. Sich für eine Kränkung zu entschuldigen. Und zwar bei Harald Rother.

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