Berüchtigte Piraten-Hauptstadt versank im Meer – und wird nun digital rekonstruiert

    Ansichtssache27. August 2017, 21:49
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    Außerdem: Ein T-Shirt als Kraftwerk, erdähnliche Exoplaneten und eine Jedi-Meister-Fledermaus

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    illustr.: john masefield

    Versunkene Piratenhauptstadt I

    Sie war seinerzeit das Sinnbild einer lauten, opulenten und sittenlosen Piratenmetropole: Port Royal an der Südostküste von Jamaika war 1518 von Spaniern gegründet worden und entwickelte sich schnell zu einer der größten Häfen in der Karibik. Während ihrer Blütezeit zählte Port Royal sogar zu den reichsten Städten der Welt, was vor allem ihrer Lage zu verdanken war: Englische Freibeuter starteten von hier aus ihre Kaperzüge, bei denen sie es vor allem auf vollbeladene spanische Galeonen abgesehen hatten, die sich von Panama kommend auf dem Rückweg in die europäische Heimat befanden. Reiche Beute ergoss sich so Jahrzehntelang über die Hafenstadt, was weitere Piraten aus aller Welt anlockte und sie zum berüchtigten "Sodom der Neuen Welt" werden ließ.

    Am 7. Juni 1692 kurz vor Mittag war allerdings Schluss mit dem schillernden Treiben: Ein verheerendes Erdbeben und ein nachfolgender Tsunami zerstörte Port Royal fast vollständig. Nachdem die Stadt großteils auf einer Sandbank errichtet worden war, ging sie buchstäblich im Meer unter. Nun arbeiten Unterwasser-Archäologen um Jon Henderson von der englischen University of Nottingham mit modernsten Mitteln daran, die versunkene Piratenstadt zu erforschen. "Port Royal ging so schnell unter, dass es – so ähnlich wie Pompeji – teilweise am Meeresgrund konserviert ist", erklärt der britische Wissenschafter.

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