Altach verpasst EL-Gruppenphase nach Remis gegen Maccabi

    24. August 2017, 20:57
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    Zwei Auswärtstore sind für Vorarlberger zu wenig

    Netanya – Der SCR Altach ist nur knapp an der erstmaligen Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League vorbeigeschrammt. Die Vorarlberger erkämpften am Donnerstag in Netanya im Play-off-Rückspiel gegen Maccabi Tel Aviv ein 2:2 (1:1), mussten aber aufgrund des 0:1 im ersten Duell vor einer Woche in Innsbruck Abschied nehmen.

    Hannes Aigner brachte Altach in der 20. Minute in Führung. Nach dem Ausgleich durch Vidar Kjartansson (41.) gelang Philipp Netzer in der 58. Minute die neuerliche Führung, ehe Sheran Yeini in der 73. Minute für den Endstand sorgte. Damit wurde es auch im achten Versuch in Folge nichts mit einem Sieg einer österreichischen Mannschaft gegen ein israelisches Team.

    Maccabi beginnt stark

    Die Anfangsphase stand klar im Zeichen der Gastgeber. Maccabi diktierte das Geschehen und kam in der 8. Minute zur ersten Chance, als Cristian Battocchio knapp am langen Eck vorbeizielte. Doch gerade in die Drangperiode der Israelis fiel die Führung der Altacher. Aigner nützte einen kapitalen Fehlpass von Ofir Davidadze und egalisierte den Rückstand aus dem Hinspiel (20.).

    An der Charakteristik der Partie änderte sich dadurch nichts. Maccabi belagerte den Strafraum der Vorarlberger und wurde immer wieder gefährlich. In der 23. Minute flog ein Volley-Fersler von Aaron Schoenfeld am langen Eck vorbei, fünf Minuten später rettete SCR-Goalie Martin Kobras bei einem Fallrückzieher von Schoenfeld ebenso per Fußabwehr wie in der 41. Minute bei einer Topchance von Kjartansson.

    Kjartansson abseitsverdächtig

    Wenige Sekunden danach war Kobras erstmals geschlagen. Kjartansson beförderte eine Kopfball-Vorlage von Schoenfeld aus kurzer Distanz in die Maschen – möglicherweise haarscharf aus Abseitsposition. Die Proteste der Altacher blieben jedoch folgenlos.

    Nach der Pause schienen sich die Hausherren zunächst mit dem Resultat zufriedenzugeben. Maccabi übte keinen großen Druck mehr aus, die Partie plätscherte dahin, ehe die Altacher in der 58. Minute zum zweiten Mal zuschlugen. Nach einem Corner wurde ein Kopfball von Netzer zunächst abgeblockt. Der Ball landete aber wieder vor den Füßen des Kapitäns, der wuchtig unter die Latte einschoss und seine Mannschaft auf Kurs Richtung Gruppenphase brachte.

    15 Minuten später jedoch folgte der entscheidende Rückschlag. Die Altacher brachten einen Eckball von Omer Atzili nicht aus der Gefahrenzone, Yeini stand goldrichtig und traf via Innenstange zum 2:2. In der Schlussphase mobilisierten die Gäste noch einmal die letzten Kräfte, zum Siegestor, das den Aufstieg bedeutet hätte, reichte es allerdings nicht mehr. Die beste Möglichkeit vergab Christian Gebauer, der in der 83. Minute nach Querpass von Nicolas Ngamaleu aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf. (APA, 24.8.2017)

    Play-off um den Einzug in die Fußball-Europa-League, Rückspiel:

    Maccabi Tel Aviv – SCR Altach 2:2 (1:1)
    Netanya, Netanya-Stadion, 10.000, SR Eskow/RUS.
    Hinspiel 1:0 – Maccabi mit Gesamtscore 3:2 in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am Freitag/13.00 Uhr in Monaco)

    Tore:
    0:1 (20.) Aigner
    1:1 (41.) Kjartansson
    1:2 (58.) Netzer
    2:2 (73.) Yeini

    Maccabi: Rajkovic – Spungin (66. Atzili), Ben Haim, Tibi, Davidzada – Battocchio, Yeini, Rikan (75. Susic) – Micha (85. Filipenko), Kjartansson, Schoenfeld

    Altach: Kobras – Lienhart, Zech, Netzer, Schreiner – Piesinger (84. Zwischenbrugger) – Ngamaleu, S. Nutz (74. Gebauer), Salomon, Dobras – Aigner (90. Grbic)

    Gelbe Karten: Tibi bzw. Netzer, Schreiner, Salomon, Ngamaleu, Aigner

    Stimmen

    Klaus Schmidt (Altach-Trainer): "Die Sensation war möglich nach zweimaliger Führung. Es hat auch das Quäntchen Glück gefehlt. Jeder ist heute über seine Schmerzgrenze gegangen. Ich möchte mich bei meiner Mannschaft für ihren disziplinierten und aufopferungsvollen Auftritt bedanken. Jetzt sitzen wir da mit hängenden Ohren. Mit einem besseren Ergebnis im Hinspiel hätten wir sicher mehr Möglichkeiten gehabt. Vielleicht hat uns auch ein wenig die Klasse und das Niveau gefehlt."

    Hannes Aigner (Altach-Torschütze): "Die Europa-League-Reise war richtig cool. Aber momentan fühle ich mich richtig schlecht. Wir haben blöde Gegentore kassiert, das ist sehr bitter. Allerdings muss man auch sagen, dass uns Kobras in einigen Phasen im Spiel gehalten hat."

    Philipp Netzer (Altach-Torschütze): "Zweimal in Führung zu gehen und dann diese Führung herzuschenken, ist bitter. Uns war klar, dass Maccabi bei einem Rückstand mit dem Publikum im Rücken alles probieren wird. Aber die Gegentore sind zu einfach gefallen. Wir hätten in Innsbruck alles klar machen müssen."

    Stefan Nutz (Altach-Mittelfeldspieler): "Es ist ganz schwer, jetzt Worte zu finden. Auch wenn wir durchaus stolz sein dürfen, wir waren knapp dran. Dann ist dieses blöde Tor zum 2:2 passiert."

    • Altach kam dem ersten Europa-League-Einzug der Clubgeschichte sehr nahe, musste die Fehler schließlich aber im Hinspiel suchen.
      foto: reuters/dominic ebenbichler

      Altach kam dem ersten Europa-League-Einzug der Clubgeschichte sehr nahe, musste die Fehler schließlich aber im Hinspiel suchen.

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