Wenn ein Knochenbruch die Wachstumsfuge verletzt

    24. August 2017, 10:23
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    Knochenbrüche heilen bei Kindern schneller, die Gefahr von Spätschäden bei falscher Behandlung aber ist groß

    Kinderknochen brechen leichter, heilen normalerweise aber auch schneller als etwa Arm- und Beinknochen von Erwachsenen. Denn Kinder haben ein enormes knochenbildendes Potential. Bei Kindern unter fünf Jahren fügen sich die zerbrochenen Teile meist binnen zwei bis drei Wochen zusammen, bei Kindern zwischen fünf und zehn dauert es dann schon drei bis vier Wochen. Und bei über Zehnjährigen bedarf es etwa vier Wochen, berichtet der Reportagedienst obx-medizindirekt. Erwachsene haben mit Brüchen mitunter sechs Wochen und länger zu tun.

    Und dennoch: Jeder Knochenbruch im Kindesalter kann – in Hinblick auf das Wachstum – kritisch werden. Denn bei falsch behandelten Brüchen drohen dauerhafte Schäden, warnt die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH).

    "Hat sich ein Kind einen Knochen gebrochen, sollten die Eltern es deshalb sofort von einem versierten Kinderorthopäden untersuchen lassen", rät Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Bad Abbach in Bayern.

    Kritischer Bereich

    Besonders problematisch und folgenschwer können Knochenbrüche bei Kindern werden, wenn die sogenannte Wachstumsfuge betroffen ist. Diese Fuge liegt zwischen den jeweiligen Knochenenden (Gelenke) und dem Knochenschaft etwa an Armen und Beinen. Diese Wachstumsfuge hat für die Ausbildung der Gelenke und das Wachsen von Armen und Beinen sowie die symmetrische Entwicklung des Knochengerüsts große Bedeutung.

    Verletzungen dieser empfindlichen Bereiche können ein schweres Fehlwachstum des Knochens bewirken. "In 25 Prozent der Fälle wird die Wachstumsfuge bei einem Bruch in Mitleidenschaft gezogen, besonders häufig bei Frakturen im Umkreis des Handgelenks", sagt Jan Matussek, Leiter der Kindertraumatologie und Kinderorthopädie am Klinikum Bad Abbach.

    Verletzt der Bruch die Fuge, kann dies das Wachstum des Knochens beeinflussen. Entsprechende Verletzungen zu entdecken, ist nicht einfach, weil die kleinen Patienten oft nicht genau sagen können, wo es wehtut. "Das Erkennen von Haarrissen, Drehfehlern und Verschiebungen und die Einschätzung der Verletzung erfordern viel Erfahrung und Spezialwissen", meint Matussek. "Wir raten deshalb Eltern dringend, Kinder mit gebrochenen Knochen von einem erfahrenen Kinderorthopäden untersuchen zu lassen." (red, 24.8.2017)

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