McGregor: "Ich bin meine eigene Liga"

    23. August 2017, 13:30
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    Der MMA-Champion aus Irland hat seit seiner Kindheit nicht mehr geboxt, nun will er in der Nacht auf Sonntag den ungeschlagenen Ex-Champ Floyd Mayweather besiegen

    Las Vegas – Gorilla-Tattoo auf der Brust, Pelzmäntel und geblümte Leggings im Schrank – aber auch schnelle Fäuste und ein loses Mundwerk: Conor McGregor ist der schillernde Vorzeige-Athlet der Mixed-Martial-Arts-Szene und ein Multi-Millionär. Der Mega-Fight gegen Box-Ikone Floyd Mayweather Jr. in der Nacht zum Sonntag (3.00 Uhr/DAZN) ist der nächste logische Schritt. Der 40-jährige Mayweather, vor knapp zwei Jahren bereits vom Leistungssport zurückgetreten, ist in 49 Profikämpfen unbesiegt. Trotz der langen Kampfpause geht er als Favorit in das Duell.

    Das sieht McGregor anders. "Ich bin nicht wie die anderen MMA-Kämpfer, ich bin nicht wie die anderen Boxer. Ich bin meine eigene Liga, und das werde ich am 26. August beweisen", sagt McGregor vor dem Spektakel selbstbewusst. Er ist anders. Er ist "The Notorious". Der "Berüchtigte" hat nicht zuletzt wegen seiner extrovertierten Auftritte diesen Namen redlich verdient.

    Provokation als Stilmittel

    Hasstiraden gegen seine Gegner und manchmal auch deren Verwandtschaft sind ebenso Usus wie gezielte Sticheleien und Provokationen. Mayweather beispielsweise legte er bei einer Pressekonferenz nahe, "zuerst einmal seine Steuerschulden zu bezahlen". McGregors Trainingsraum ziert derweil ein großes Wandgemälde, auf dem er Mayweather eine linke Gerade verpasst. Vielsagend postete er davon ein Bild bei Instagram. Ein Foto wie ein Versprechen. Und dass er seine Versprechen hält, hat McGregor längst bewiesen. Schon als Kind.

    Der junge Conor begann im Alter von 15 Jahren mit Kickboxing, er boxte nebenher auch klassisch und begeisterte sich für Jiu-Jitsu. Die Schule vernachlässigte er nahezu völlig. "Ich fand darin keinen Nutzen", sagte McGregor dem US-Sportmagazin Bleacher Report. So war es auch seine Mutter Mags, die ihm die Ausbildung zum Installateur besorgte. Als er aber den sicheren Job für ein Leben als Käfigkämpfer hinwarf, waren seine Eltern außer sich. "Es wird dir leid tun, wenn ich Millionär bin", sagte Conor damals zu seinem Vater Tony. Der lachte ihn nur aus. Heute gibt Tony McGregor zu, dass sein Sohn es geschafft hat.

    Erster UFC-Kämpfer mit zwei Titeln

    Nach seinem Debüt beim MMA-Marktführer Ultimate Fighting Championship (UFC) im Jahr 2013 ging es für McGregor steil bergauf. Am 12. Dezember 2015 schlug er den bis dahin zehn Jahre unbezwungenen Federgewichts-Champion Jose Aldo aus Brasilien nach nur 13 Sekunden K.o. und holte den ersten Titel seiner Karriere. Nebenbei sorgte er für den schnellsten Knockout der UFC-Geschichte.

    Nach einer bitteren und überraschenden Pleite im Weltergewicht gegen den US-Amerikaner Nate Diaz im Vorjahr und dem triumphalen Comeback im Rückkampf besiegte er im November den Leichtgewichts-Champion Eddie Alvarez und hielt als erster UFC-Fighter zwei Titel gleichzeitig. Durch seine Erfolge konnte McGregor das Versprechen an seinen Vater halten: Mit 34 Millionen US-Dollar liegt McGregor laut Forbes auf Platz 24 der bestbezahlten Sportler 2017.

    Erlös-Maximierung

    Um den Erlös zu steigern, wechselt McGregor gar die Sportart. Das zum Weltereignis hochgeschriebene Box-Duell mit Mayweather soll insgesamt 623 Millionen Dollar einbringen. McGregor selbst rechnet für sich mit 100 Millionen Dollar – und einem Sieg gegen einen der besten Boxer der Neuzeit. Wie es seine Art ist, schert sich der Ire nicht um die Klasse des Gegners, dessen Kampfbilanz oder die Tatsache, dass er selbst seit der Jugend nicht mehr geboxt hat. McGregor sagt trotzdem einen K.o. nach spätestens der zweiten Runde voraus. Ähnlich sieht das UFC-Präsident Dana White: "Ich erwarte, dass er Floyd Mayweather umhaut." (sid, red, 23.8. 2017)

    • Dezenz ist seine Sache nicht:  Conor McGregor.
      foto: apa/afp/getty images/lawrie

      Dezenz ist seine Sache nicht: Conor McGregor.

    • seismic mma

      Der MMA-Kämpfer langt für gewöhnlich ohne Boxhandschuhe zu.

    • Sieht nett aus, schlägt hart zu: Floyd Mayweather Jr.
      foto: apa/afp/getty images/ethan mille

      Sieht nett aus, schlägt hart zu: Floyd Mayweather Jr.

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