Comedian Tina Fey zu rechten Aufmärschen in USA: "Torte statt Ku-Klux-Klan"

    18. August 2017, 15:05
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    "Schrei nicht dem Ku-Klux-Klan entgegen, schrei's in die Torte", rät Tina Fey, extra zurück bei "Saturday Night Live"

    New York / Wien – Vor weiteren geplanten Aufmärschen von Rechtsextremen in den USA kehrt Tina Fey, früher Co-Anchor von "Saturday Night Live", mit Verhaltenstipps für Nazi-Aufmärsche ins "Weekend Update" der Show zurück: "Lasst die Trottel in die leere Luft brüllen." Und: "Statt dem Ku-Klux-Klan entgegenzuschreien, schrei's in eine Torte" – vorzugsweise eine mit der US-Flagge drauf, vorzugsweise aus einer jüdischen oder afrikanischen Bäckerei.

    Ein solcher Sheet Cake will nicht nur angeschrien, sondern dabei auch verschlungen werden, wie Fey im "Weekend Update" anschaulich demonstriert.

    saturday night live

    "Kinnlose Scheißtypen mit halbautomatischen Waffen"

    Nein, wenn die rechten Demonstranten auf "unser" Land verweisen würden, möge man ihnen nicht widersprechen mit dem Hinweis: "Das ist nicht unser Land, wir haben es den amerikanischen Ureinwohnern gestohlen. Und wenn die friedlich am Standing Rock demonstrieren, dann schießen wir mit Gummigeschoßen auf sie. Aber diese kinnlosen Scheißtypen lassen wir mit halbautomatischen Waffen durch unsere Straßen marschieren."

    Fey hat an der Universität von Virginia in Charlottesville studiert, wo voriges Wochenende Rechtsextreme aufmarschierten und einer von ihnen mit einem Auto Gegendemonstranten verletzte und tötete. Und wenn jemand einwende, dass da ganz harmlose Republikaner mitaufmarschierten, fragt sich Fey: "Und wer ist da in die Gegendemonstration gefahren? Hillarys E-Mails?"

    "250 gut bewaffnete Milizen"

    "Die andere Seite waren jedenfalls Nazis und der Ku-Klux-Klan", sagt Fey. Und korrigiert sich gleich: Nein, nicht nur – manche seien auch von unabhängigen Milizen gekommen. "Wussten Sie eigentlich, dass es in den USA 250 gut bewaffnete Milizen gibt, die bereit sind, jederzeit loszuschlagen?"

    Apropos: Fey freut sich auf den geplanten Aufmarsch des sogenannten Alt-Right-Movement in New York im Washington Square Park. "Ich hoffe, dass ein Haufen Dragqueens ihnen den Wurstsalat aus dem Bauch kickt. Sie wissen ja: Dragqueens, das sind 1,93 große schwarze Männer."

    "Sheet Caking"

    "Einige der Aufmärsche wurden schon abgesagt", wirft Co-Anchor Colin Jost ein. Fey: "Siehst du, es hilft! Sheet Caking ist eine Basisbewegung. Die meisten Frauen, die ich kenne, machen das seit der Präsidentenwahl einmal pro Woche."

    Feys Rat an alle guten Amerikaner bei Verstand: "Macht es mit den Aufmärschen einfach wie mit der Premiere eines anspruchsvollen Films mit zwei Frauen in der Hauptrolle: Geht nicht hin."

    Und für Präsident Donald Trump, der nach Charlottesville Gewalt auf "vielen Seiten" verurteilt hat, hat Fey auch einen Hinweis: "Nazis sind immer böse." (red, 18.8.2017)

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      foto: snl weekend update screenshot
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