"Nicht nachvollziehbare Härte" beim Heer: Erfahrungsberichte der User

User-Diskussion20. August 2017, 09:00
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Jeder kenne jemanden, der solche Geschichten erzählen könne, postete ein User. Eine Auswahl

DER STANDARD hat nach dem Tod des Rekruten in Horn und der darauffolgenden schweren Kritik an der Ausbildung im Bundesheer gefragt, welche Erfahrungen User selbst bei ihrem Grundwehrdienst gemacht haben. Poster "Henry Foolman" etwa erinnert sich an einen 40-Kilometer-Marsch, bei dem einige Grundwehrdiener kollabierten, liegenblieben und erst am nächsten Tag abgeholt wurden. Wie er berichten viele andere Poster auch von Einschüchterung und Erniedrigung, "verlorener Lebenszeit und traumatischen Erfahrungen".

Natürlich gibt es auch User, die ihre Grundwehrdienstzeit in guter Erinnerung haben. Man habe "viele Sachen gelernt, viele neue Freunde gewonnen, viel Sport, Sachen gesehen und getan, die man später nie wieder tun kann", erzählt Poster "mika33". Doch "praktisch jeder, den ich kenne", postet "Sepptinus", könne Geschichten vom Heer erzählen, "wo irgendjemand seine sadistische Ader ausgelebt hat und die Rekruten unnötig gequält hat". Hier eine Auswahl der Bundesheer-Debatte im STANDARD-Forum.

Poster "kreativer Postingname2" erzählt von einem "Umgangston, der menschenunwürdig ist, sexistisch, rassistisch, homophob", und von tief verwurzelten Problemen in der "Unternehmenskultur" des Bundesheers.

Poster "oldschool QB" berichtet von seinem ersten Marsch.

Wassertrinken werde befohlen, das irritierte Poster "boeserboeser PETER".

Poster "Danerd01" berichtet von einem Marsch, danach sei ein Ausbildner versetzt worden. Es sei "höchste Zeit für ein Berufsheer", sagt er.

Von "sinnlosem Gebrüll" und "nicht nachvollziehbarer Härte" in der Grundausbildung schreibt Poster "Zagreb 1969".

"Der_Physiker" erinnert sich an "Strafdienste wegen Arztbesuchs" und ein Ereignis zur Ehrenrettung.

Oft würden sich Rekruten nicht trauen, "offiziell über Missstände beziehungsweise falsches Verhalten zu beschweren", schreibt "Sepptinus".

"Latente Xenophobie" und "Bildungshass" zählt Poster "zdoing" zu seinen Bundesheer-Highlights.

Für Poster Mark Mitterhuber war die Zeit beim Bundesheer eine positive Erfahrung, er schätzte die Kameradschaft.

Poster "RBBB" meint, dass das Bundesheer weder im Kader noch in der Mannschaft die Gesellschaft widerspiegle.

"Warum gehen trotzdem noch Leute zum Heer, statt Zivildienst zu machen", fragt Poster "Nevim".

Auch beim Zivildienst gebe es "sinnbefreite" Tätigkeiten, mahnt Poster "anton-aus-tyrol".

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Posten Sie Ihre Erlebnisse und Kommentare im Forum. (sb, jnk, cmb, 20.8.2017)

  • Drill gehört zum Bundesheer, doch die Umgangsformen seien "grenzwertig und menschenunwürdig", kritisieren Poster.
    foto: apa/helmut fohringer

    Drill gehört zum Bundesheer, doch die Umgangsformen seien "grenzwertig und menschenunwürdig", kritisieren Poster.

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