Viennale-Chef Hans Hurch auf Zentralfriedhof beigesetzt

    Video17. August 2017, 16:34
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    Kulturstadtrat Mailath-Pokorny würdigte den Verstorbenen als Persönlichkeit, der für das Kino lebte: "Er war diesbezüglich fast ein Besessener"

    Wien – Am Donnerstag ist Hans Hurch, der am 23. Juli im Alter von 64 Jahren verstorbene Chef des Filmfestivals Viennale, in Wien verabschiedet worden. Er wurde in einem Grab im Ehrenhain des Zentralfriedhofs beigesetzt. Zuvor fand in der Feuerhalle Simmering die Trauerfeier statt. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) würdigte Hurch. Er werde der Stadt, dem Land und der Filmlandschaft fehlen.

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    "Wie viele große Persönlichkeiten war Hans Hurch sehr vielschichtig, freundlich, höflich und zuvorkommend, gleichzeitig war er derjenige, der Haltung eingenommen und bewahrt hat." Hurch habe sich nie von seinem Weg abbringen lassen. Er sei "unprätentiös" und "doch nicht immer uneitel" gewesen. In erster Linie habe er jedoch für das Kino gelebt: "Er war diesbezüglich fast ein Besessener."

    "Das Merkantile war vielleicht nicht so seins", erinnerte sich Mailath-Pokorny an offenbar nicht immer einfache Budgetgespräche. Vieles, was Hans Hurch "gemacht und angegriffen" habe, sei aber "so etwas wie Kult geworden" – etwa die Eröffnungen der Viennale. Einen guten Politiker hätte Hans Hurch hingegen nicht abgegeben, mutmaßte der Kultur-Ressortchef. Dafür sei er zu geradlinig und unabhängig gewesen.

    "Ungeheuer hohes Level"

    Der Stadtrat konstatierte, dass es schwierig werde, das Festival heuer im Sinne Hurchs fortzusetzen. Gleichzeitig könne man für die kommenden Jahre auf einem "ungeheuer hohen Level" aufbauen. Neben Mailath-Pokorny ergriffen unter anderem "Falter"-Herausgeber Armin Thurnher – Hurch war einst auch Filmkritiker der Wiener Wochenzeitung – sowie der ehemalige Kunsthallen-Kurator Thomas Mießgang und die Choreografin Christine Gaigg das Wort.

    Auch zahlreiche weitere Freunde und Weggefährten waren zur schlichten Feier im großen Raum der Feuerhalle Simmering gekommen. Als Vertreter der Bundesregierung nahm Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) an der Verabschiedung teil. Zu den internationalen Gästen zählte unter anderem der deutsche Filmemacher Hartmut Bitomsky, der argentinische Regisseur Gaston Solnicki und Mark Peranson vom Filmfestival Locarno.

    Hans Hurch hat die Viennale seit dem Jahr 1997 geleitet. Drei Monate vor seiner 21. Festivalausgabe war er in Rom, wo er für ein Arbeitstreffen mit dem Regisseur Abel Ferrara weilte, unerwartet an einem Herzversagen gestorben.

    Bestattet wurde er im engsten Familienkreis im Ehrenhain auf dem Zentralfriedhof. Das Grab wurde "ehrenhalber" gewidmet, was bedeutet, dass – anders als bei Ehrengräbern, die von der Stadt betreut werden – die Angehörigen dessen Pflege übernehmen. (APA, 17.8.2017)

    • Hans Hurch 1952-2017.
      foto: apa/georg hochmuth

      Hans Hurch 1952-2017.

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