Schröder sieht durch Rosneft keinen Schaden für SPD

    17. August 2017, 13:28
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    Keine gemeinsamen Auftritte von Schulz und Schröder mehr geplant

    Berlin – Deutschlands Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht keine Belastung für den SPD-Wahlkampf durch seine Ambitionen, einen Aufsichtsratsposten beim halbstaatlichen russischen Ölkonzern Rosneft zu übernehmen. "Ich glaube nicht, dass ich mit dem Mandat meiner Partei schade", sagte der frühere SPD-Politiker der Schweizer Zeitung "Blick" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Die SPD ließ aber wissen, dass vor der Bundestagswahl keine gemeinsamen Auftritte von Kanzlerkandidat Martin Schulz und Schröder geplant seien. Aus der CDU wurde Schulz aufgefordert, sich deutlicher von Schröder zu distanzieren.

    Für den Posten im Aufsichtsrat werde er sich "zur Wahl stellen, trotz aller Kritik, die ich für falsch halte", unterstrich Schröder. Der frühere Bundeskanzler war nach seiner am Freitag bekanntgewordenen Nominierung für den Posten vielfach kritisiert worden. Schulz sah sich am Dienstag veranlasst, auf Distanz zu gehen. "Ich würde das nicht tun", schrieb der SPD-Chef bei Facebook. Er fügte hinzu: "Für mich ist klar: Auch nach meiner Zeit als Bundeskanzler werde ich keine Jobs in der Privatwirtschaft annehmen."

    Bei den Sozialdemokraten herrscht die Sorge, dass durch die Debatte über Schröders Rosneft-Ambitionen ihre Bemühungen geschwächt werden, im Bundestagswahlkampf über Inhalte eine Polarisierung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer zu erreichen. Gemeinsame Auftritte von Schulz und Schröder sind laut SPD nicht mehr vorgesehen. "Es waren und sind keine Veranstaltungen mit Martin Schulz und Schröder geplant", sagte eine Sprecherin. Zuletzt war Schröder, der von 1998 bis 2005 Kanzler einer rot-grünen Koalition war, auf dem SPD-Bundesparteitag Ende Juni aufgetreten. Dort rief er die SPD auf, für die Bundestagswahl trotz schlechter Umfragen zu kämpfen. (Reuters, 17.8.2017)

    • Beim SPD-Parteitag in Dortmund Ende Juni waren Gerhard Schröder (l.) und Martin Schulz (r.) noch gemeinsam überschwenglich.
      foto: reuters/wolfgang rattay

      Beim SPD-Parteitag in Dortmund Ende Juni waren Gerhard Schröder (l.) und Martin Schulz (r.) noch gemeinsam überschwenglich.

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