Nokia 8: Erstes Android-Flaggschiff macht vieles richtig

    17. August 2017, 10:18
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    Das Smartphone soll mit Zeiss-Kameras punkten, die gleichzeitig vorne und hinten aufnehmen können

    Nach einem Comeback mit Mittelklasse-Smartphones und einer Neuauflage des 3310 hat Nokia nun sein erstes Flaggschiff mit Android vorgestellt. Zum Nokia 8 war im Vorfeld schon viel spekuliert worden. Das nun präsentierte Gerät zeigt, dass Hersteller HMD Global nicht nur auf den zugekauften Namen setzt, sondern sich einiges überlegt hat. Erste Tester sind dennoch skeptisch, ob das reichen wird.

    Typische Ausstattung

    Bei den technischen Eckdaten gibt es keine Überraschungen. Das Nokia 8 ist mit einem 5,3 Zoll großen IPS-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 und Gorilla Glass 5, Qualcomms Achtkernchip Snapdragon 835, 4 GB Arbeitsspeicher, 64 GB internem, erweiterbarem Speicher und einem 3.090 mAh starken Akku ausgestattet. Das Gehäuse ist aus einem Aluminium-Unibody gefertigt und gegen Spritzwasser geschützt. Es misst 151,5 x 73,7 x 7,9 mm bei 160 Gramm. NFC und ein Fingerabdrucksensor sind ebenfalls vorhanden. Android ist in Version 7 ohne Änderungen seitens des Herstellers installiert. Beim Kopfhöreranschluss hat man sich nicht vom allgemeinen Trend beeinflussen lassen und stattet das Nokia 8 mit einer klassischen 3,5-mm-Buchse aus. Das Nokia 8 kommt in den Farben Silbergrau, Kupfer sowie in Blau mit mattem und hochglanzpoliertem Finish. Es wird auch eine Dual-Sim-Variante geben.

    foto: nokia
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    Silbergrau, Kupfer, zwei blaue Varianten – die Farben des neuen Nokia-Smartphones.

    Zeiss-Kamera

    Die Kamera ist es, womit der Hersteller auffallen will. Dafür hat man Zeiss mit an Bord geholt. Auf der Rückseite ist eine Dualkamera mit jeweils 13 Megapixeln verbaut – einmal mit Farbsensor und optischer Bildstabilisierung, einmal mit einem Monochrom-Sensor. Auf der Vorderseite befindet sich eine 13-Megapixel-Weitwinkelkamera mit Phasenerkennung und Autofokus. Beide sind mit Zeiss-Optik ausgestattet.

    Das Feature, an dem Nokia die ganze Sache aufhängt: der "Bothie". Eine neue Wortkreation aus dem englischen both (beide) und Selfie. Nutzer können mit Front- und Rückkamera gleichzeitig Videos aufnehmen oder streamen – etwa sich selbst und einen Freund. Die Bilder beider Kameras werden auf dem Display nebeneinander gezeigt. Nokia hat zudem drei Mikrophone verbaut, die 360 Grad Tonaufnahmen ermöglichen. Beim "Bothie" landet also der Ton aus allen Richtungen auf dem Video. Damit will das Unternehmen "Kreative" ansprechen – also vor allem Blogger, Youtuber, Instagrammer.

    foto: nokia
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    Das Nokia 8 lässt gleichzeitig mit Front- und Rückkamera Fotos und Videos aufnahmen und diese live auf Facebook und Twitter streamen.

    Lob für Design und Idee

    Dem Tester von "Engadget" hat es vor allem das kupferfarbene Modell angetan. Es sei "wunderschön, anders, elegant". Die Designer haben sich dafür von Möbeln und Lampen inspirieren lassen. Auch "Trusted Reviews" ist vom Aussehen des neuen Modells überzeugt. Zum wichtigsten Feature, der Kamera, kann "Engaget" noch kein endgültiges Urteil abgeben – immerhin hatte man nur Zeit für ein Hands-on. Die Fotos würden allerdings "ziemlich gut" wirken.

    Die Möglichkeit, gleichzeitig mit Front- und Rückkamera aufzunehmen, ist keine Novität. Das gab es in ähnlicher Umsetzung zuvor auch bei Samsung und LG. Nokia lässt Nutzer aber nicht nur Videos und Fotos aufnehmen, sondern auch gleich live auf Twitter oder Facebook streamen. Youtuber könnte das durchaus ansprechen – etwa wenn sie sich dabei filmen wollen, wie sie beispielsweise ein Event kommentieren. Damit das Ganze gut aussieht, ist jedoch viel Fingerspitzengefühl gefragt. Sich selbst und das Gegenüber ordentlich ins Bild zu bekommen, ist laut "Engadget" recht schwierig.

    nokia mobile

    Zweifel am Erfolg

    Für die Tester macht Hersteller HMD Global mit dem Gerät vieles richtig. Auch bei "Wired" befindet man: Das Nokia 8 macht und hat alles, was ein gutes Smartphone tun sollte. Aber so eindrucksvoll wie die Flaggschiffe der Konkurrenz sei es nicht. Das liege unter anderem am Display, das zwar ausreichend sei, aber nicht an die Auflösungen der Konkurrenz heranreicht. Genervt zeigen sich die Blogger schon jetzt vom neuen Begriff Bothie. Ob dieses Feature ausreicht, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, lässt bei den Testern Zweifel aufkommen. Das Nokia 8 kommt im September in Europa um 599 Euro auf den Markt. (br, 17.8.2017)

    • Nokia hat sein erstes Flaggschiff mit Android vorgestellt.
      foto: nokia

      Nokia hat sein erstes Flaggschiff mit Android vorgestellt.

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