I've had the time of my life: "Dirty Dancing" wird 30

    Quiz17. August 2017, 06:00
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    Der Tanzfilm, den wohl die meisten schon – mindestens – einmal gesehen haben, feiert Jubiläum. Wie hat Ihnen der 1980er-Jahre-Klassiker gefallen?

    "Es war Sommer '63. Alle nannten mich 'Baby'. Irgendwie hat mir das gefallen. Es war, bevor Präsident Kennedy ermordet wurde, bevor es die Beatles gab, und als ich nicht abwarten konnte, der Friedensbewegung anzugehören. Das war der Sommer, in dem ich dachte, dass ich nie einen Jungen finden würde, der so toll ist wie mein Dad."

    Liest man diese Worte, mit denen einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 1987 beginnt, so startet im Kopf gleich der Soundtrack und man sieht "Baby" und ihre Familie vor dem inneren Auge mit dem Auto in den Urlaub in die Catskills fahren. 30 Jahre ist "Dirty Dancing" jetzt geworden und ist dabei erstaunlich gut gealtert. Wie sehr der Film seine Fans immer noch begeistert, ließ sich vor einigen Jahren gut nachvollziehen, als "Dirty Dancing" im restlos ausverkauften Wiener Gartenbaukino gezeigt wurde. Szenenapplaus, Anfeuerungen und Buhrufe, Mitsprechen von Dialogen bis zum kollektiven Mitsingen und Mittanzen zwischen den Sitzreihen bei der Abschlussszene. Der Film reißt immer noch mit. Doch was ist das Geheimnis seines Erfolgs?

    Tanzen, Gesellschaftskritik und Liebe

    Ein Grund mag sein, dass eine nur auf den ersten Blick klassische Coming-of-Age-Geschichte erzählt wird. In einer Kürzestversion: Die privilegierte Arzttochter Frances "Baby" Houseman verliebt sich in den coolen Tanzlehrer Johnny Castle, lernt perfekt zu tanzen, legt ihre Schüchternheit ab und wird zur selbstbewussten Frau. Doch der Film wagt sich sehr direkt an recht subversive Themen. Der Grund, warum Baby überhaupt erst tanzen lernen muss, ist, dass Tänzerin Penny wegen den Folgen einer illegalen Abtreibung für Auftritte ausfällt. Dabei verurteilt das Drehbuch Penny aber zu keinem Zeitpunkt dafür. Johnny prostituiert sich neben seinem regulären Job an die wohlhabenden, weiblichen Hotelgäste. Frances wiederum schläft mit Johnny, weil sie es will, und hat, wie es der "Guardian" sagt, "Spaß daran, bereut es nicht und muss keine tragischen karmischen Konsequenzen erleiden". Diese selbstbestimmte Darstellung weiblicher Sexualität ist und war ganz und gar nicht selbstverständlich für einen an ein junges Publikum gerichteten Film. Auch die Klassenunterschiede zwischen der privilegierten Frances und dem Underdog Johnny werden thematisiert und stellen sich als fast unüberwindbares Hindernis heraus.

    Selbst das Ende ist nur auf den ersten Blick "happy", wie die Journalistin Hannah Pilarczyk, die den Film aus kulturwissenschaftlicher Sicht analysiert hat, im STANDARD-Interview feststellt: "Der Songtext von "(I've Had) The Time of My Life" legt ja die Interpretation eines wortwörtlichen Abschlusstanzes nahe – hier hatte jemand bereits die Zeit seines Lebens. Es geht ein Sommer zu Ende, wo Kultur- und Klassengrenzen fallen, doch was danach kommt, weiß man eigentlich nicht so richtig. Das ist eine Utopie für einen Tanz lang."

    Eines der wichtigsten Zitate des "feministischen Meisterwerks" wurde in der deutschen Version zwar komplett verändert – "Nobody puts Baby in the corner" wird zum recht machoiden "Mein Baby gehört zu mir". Doch selbst das konnte der sichtbaren Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Jennifer Grey und Patrick Swayze, ihrem Charme und ihrer Natürlichkeit nichts anhaben. Ein vielschichtiger Film, der auch 30 Jahre später noch positiv nachhallt.

    Was bedeutet Ihnen "Dirty Dancing"?

    Wann haben Sie den Film zum ersten Mal gesehen, und welche Erinnerungen haben Sie daran? Welche ist Ihre Lieblingsszene? Was macht in Ihren Augen den Zauber und anhaltenden Erfolg des Films aus? Und – wie gut kennen Sie sich eigentlich bei der Handlung aus? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz und teilen Sie Ihre Meinung im Forum! (Anya Antonius, 17.8.2017)

    • Patrick Swayze und Jennifer Grey als Frances "Baby" Houseman und Johnny Castle.
      foto: lions gate home ent.

      Patrick Swayze und Jennifer Grey als Frances "Baby" Houseman und Johnny Castle.

    • phil wien

      Gejohle und Begeisterung im Gartenbaukino.

    • Beim Abschlusstanz im "Kellerman's".
      foto: dapd

      Beim Abschlusstanz im "Kellerman's".

    • talimkt

      "Ich habe eine Wassermelone getragen."

    • patrickswayzevevo

      Das Musikvideo zum Song des unvergessenen Patrick Swayze.

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