Schwere Kämpfe im Südsudan zwischen Rebellen und Regierungstruppen

    11. August 2017, 13:41
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    Kämpfe halten seit mehreren Jahren unverändert an, mehr als drei Millionen Menschen sind auf der Flucht

    Juba – Im Südsudan haben sich Rebellen und Regierungstruppen schwere Gefechte geliefert. Die Kämpfe seien in der Stadt Pagak nahe der Grenze zu Äthiopien ausgebrochen, sagte ein Sprecher der Rebellen am Freitag. Die Aufständischen hätten eine Offensive gestartet und wollten die Kontrolle über Pagak zurückgewinnen. "Wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen, ob wir die vollständige Kontrolle erlangt haben, aber wir sind dabei, sie zu übernehmen", sagte der Rebellenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Sprecher der Regierungstruppen bestätigte die Kämpfe.

    Die Stadt war am Montag an die Regierungstruppen gefallen. Deutschlands Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte erst am Donnerstag im Rahmen seiner Afrika-Reise den Südsudan besucht und zu verstärkten Friedensbemühungen aufgerufen. Das Land habe es verdient, endlich Frieden zu finden, sagte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir.

    Im Jahr 2013 brach in dem noch jungen Staat, der 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt hatte, ein Bürgerkrieg aus. Damals hatte Präsident Kiir seinen Stellvertreter Riek Machar entlassen, was in einen schweren Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen mündete. Zwar wurde im August 2015 ein Friedensabkommen unterzeichnet. Dennoch kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Gruppen. Mehr als drei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Das Land verfügt über reiche Ölvorkommen, ist aber eines der ärmsten der Welt. (Reuters, 11.8.2017)

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