China geht gegen Soziale Medien vor und will Inhalte kontrollieren

11. August 2017, 13:36
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WeChat und Weibo sollen gegen Cyber-Gesetze verstoßen haben

In China ermitteln die Behörden gegen die führenden Sozialen Medien WeChat und Weibo, weil sie gegen Cyber-Gesetze verstoßen haben sollen. Auch das Online-Forum Tieba von Baidu sei ins Visier genommen, teilte die Cyberspace-Behörde am Freitag mit.

"Die Nutzer verbreiten Gewalt, Terror, falsche Gerüchte, Pornografie und andere Risiken für die nationale Sicherheit, den öffentlichen Schutz und die soziale Ordnung", argumentierte die Behörde auf ihrer Internet-Seite.

"Cyber-Souveräntität"

Präsident Xi Jinping hat der "Cyber-Souveräntität" Chinas höchste Priorität eingeräumt und will der regierenden Kommunistischen Partei als der Instanz, die die Online-Diskussionen reglementiert, neue Geltung verschaffen. Nach den neuen Cyber-Gesetzen sind Inhalte verboten, die obszön, gewaltverherrlichend oder gegen die Partei gerichtet sind.

Baidu erklärte, man bedauere unangebrachte Inhalte zutiefst und wolle mit den Behörden bei einer genaueren Überprüfung zusammenarbeiten. Weibo und Tencent, die Muttergesellschaft von WeChat, äußerten sich nicht zu den Ermittlungen. WeChat hat rund 940 Millionen aktive Nutzer im Monat, Weibo 350 Millionen.

Die westlichen Sozialen Medien Facebook und Twitter wurden durch die Zensur in China verboten. (APA, 11.8. 2017)

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