Verschwundene Bilder von Klimt und Schiele: Linzer Gericht muss Fall neu bewerten

11. August 2017, 13:25
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Der Linzer Bilderstreit geht nach der OGH-Entscheidung zurück an den Start. Der Streitwert um die verschwundenen Gemälde beträgt 8,3 Millionen Euro

Linz – Der seit Jahren schwelende Rechtsstreit um verschwundene Bilder von Egon Schiele und Gustav Klimt zwischen der Stadt Linz und den Erben muss zurück an den Start. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat entschieden, dass das Landesgericht Linz den Fall neu und nach mündlicher Verhandlung beurteilen muss, bestätigte der Rechtsvertreter der Stadt, Bruno Binder, Medienberichte vom Freitag.

1951 hatte die Eigentümerin Olga Jäger ein Gemälde von Klimt sowie drei Bilder von Schiele an die Neue Galerie der Stadt Linz (heute Lentos) verliehen. Als die Erben 2006 den Leihschein aus dem Nachlass einlösen wollten, waren die Werke aber nicht mehr auffindbar. Daher klagten sie die Stadt auf Schadenersatz – zugleich der Beginn eines Rechtsstreits durch alle Instanzen.

Schriftstück aus dem Jahr 1990

Im Juli des Vorjahres hatte dann der OGH entschieden, dass die Stadt den Erben 8,31 Millionen Euro zahlen müsse. Überraschend präsentierte die Stadt danach ein Schriftstück, wonach die Mutter der Erben bereits 1990 die Bilderleihe aufgekündigt hatte. Damit wäre die erste, 16 Jahre später eingebrachte Klage verjährt, weshalb beim Landesgericht die Wiederaufnahme dieses Verfahrens angestrebt wurde.

Das wurde von zwei Instanzen zurückgewiesen, weshalb Binder Revision beim OGH einlegte. Am Donnerstag wurde dem Anwalt nun die Entscheidung des Höchstgerichts zugestellt. Es kam zu dem Schluss, dass das neue Beweismittel bisher nicht entsprechend gewürdigt wurde, so Binder. (APA, 11.8.2017)

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