Kolportiert: Oliver Stribl verlässt Manstein-Verlag – wohl Richtung RTR

10. August 2017, 18:33
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Früherer Wiener Rathaus-Kommunikationschef gilt als Favorit von Medienminister Thomas Drozda

Wien – Es dürfte ernst werden mit Oliver Stribl (43) als neuem RTR-Geschäftsführer für den Medienbereich: Nach vorerst unbestätigten STANDARD-Infos soll Stribl, seit Anfang 2016 Herausgeber und Geschäftsführer des Fachmedienverlags Manstein ("Horizont", "Bestseller", "Cash") um Lösung seines Vertrags dort ersucht haben. Gründer und Aufsichtsratschef Hans-Jörgen Manstein soll die Aufgaben vorerst selbst wieder übernehmen.

Stribl gilt als Wunschkandidat von Medienminister Thomas Drozda (SPÖ), der die Stelle besetzt. Stribl war vor dem Manstein-Verlag Leiter des Presse-und Informationsdienstes der Stadt Wien.

Einschlägige Erfahrung

Die Ausschreibung des Bundeskanzleramts für die Nachfolge des langjährigen RTR-Geschäftsführers Alfred Grinschgl im Mai schien auf Stribl zugeschnitten – als Kandidat stand er erstmals im STANDARD. Gefordert war "einschlägige" Erfahrung in einer leitende Funktion in der öffentlichen Verwaltung – Stribl war PID-Chef – sowie in der Privatwirtschaft.

Sehr einschlägige Erfahrung exakt in diesem Fachbereich brachte aber etwa auch Sebastian Loudon mit, der einige Jahre selbst in der RTR war, oder auch Florian Philapitsch, der bis 2016 stellvertretender Vorsitzender der Medienbehörde KommAustria war. Loudon war ebenfalls Herausgeber im Manstein-Verlag (vor Stribl) und Manager der "Zeit" in Österreich. Einen Überblick über Bewerber nach STANDARD-Infos finden Sie hier.

Drozda rief eine Auswahlkommission zusammen, besetzt mit einigen leitenden Beamten des Kanzleramts, die im Juli eine Auswahl der rund 30 Bewerber zu Hearings einlud. Die Kommission soll einen gereihten Vorschlag mit mehreren Namen erstellt haben. Nach STANDARD-Infos soll Stribl nicht Erstgereihter in diesem Kommissionsvorschlag sein. Auch dazu stehen Bestätigungen aus.

Die RTR ist der Geschäftsapparat der Medienbehörde KommAustria. Sie vergibt rund 32 Millionen Euro Förderungen pro Jahr an TV- und Radiosender sowie Produzenten.

Grinschgl sollte eigentlich schon Ende Juni in Pension gehen, da feierte er auch seinen Abschied. Er verlängerte in den Sommer, weil sich die Nachbesetzung verzögerte. Grinschgls STANDARD-Abschiedsinterview finden Sie hier.

derStandard.at/Etat sandte Stribl eine Anfrage zum Thema; auch das Bundeskanzleramt wurde um Auskunft ersucht. (red, 10.8.2017)

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  • Oliver Stribl
    foto: manstein-verlag

    Oliver Stribl

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