Hohes Alter, hohe Kosten

11. August 2017, 11:34
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Österreicher verbringen künftig ein Drittel ihres Lebens in Pension

Die Pensionen sind sicher: Das ist einer der wichtigsten Sätze für österreichische Politiker im Wahlkampf. Dass auch künftig Pensionen finanzierbar sind, daran besteht kaum Zweifel. Allerdings steht bereits fest, dass die Jungen einmal weniger bekommen werden, obwohl sie über Steuern und Schulden die Lasten im System tragen. Grund dafür ist die erbarmungslose Arithmetik der Demografie.

Zunächst der Status quo: Die Pensionsausgaben machten 2013 – dem letzten Jahr mit internationalen Vergleichsdaten – mehr als 13 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung aus. Kaum ein anderes Industrieland gibt so viel aus. Weil die Mittel aus den Sozialversicherungsbeiträgen nicht reichen, schießt der Staat jährlich Milliarden zu. 2016 waren es insgesamt knapp 20 Milliarden Euro, die aus dem Budget für die allgemeinen Pensionen sowie in Ruhestandsbezüge der Beamten flossen. Vor zehn Jahren waren es etwa zwölf Milliarden.

Insgesamt belaufen sich die Zusatzkosten daher auf rund ein Fünftel der Staatseinnahmen. Allerdings blieb die Differenz zwischen Leistungen und Beiträgen in den letzten Jahrzehnten konstant bei rund 40 Prozent. Sprich, das System wurde zwar teurer, aber die aktive Bevölkerung hat ihren Anteil durch Beiträge, Steuern und Verschuldung immer gestemmt. Das hat funktioniert, denn aktuell kommen auf einen Pensionisten 3,3 Erwerbsfähige.

Auftritt der Babyboomer: Ab 2020 erreichen die geburtenstärksten Kohorten das Pensionsalter. Bis 2057 kommen laut Agenda Austria auf einen Pensionisten weniger als zwei Erwerbsfähige. Gleichzeitig soll die Lebenserwartung von 65-Jährigen bis 2060 um 4,5 Jahre steigen, wie aus dem EU-Ageing-Report hervorgeht. Das effektive Antrittsalter soll nur um zwei Jahre steigen. Österreicher verbringen dann ein Drittel ihres Lebens in Pension. (slp, 11.8.2017)

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