Erste Runde DFB-Cup: Stolpern verboten

10. August 2017, 17:12
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Leipziger wollen Erstrunden-Aus aus dem Vorjahr gutmachen. Das Debüt von Herrlich bei Leverkusen wird mit Spannung erwartet

Wien – Auf RB Leipzig und Titelverteidiger Borussia Dortmund warten zum Auftakt des deutschen Fußball-Cups mit den beiden Sechstligisten Sportfreunde Dorfmerkingen bzw. Rielasingen-Arlen die vermeintlich leichtesten Lose. Insgesamt elf Bundesligisten treffen in den Partien von Freitag bis Montag auf Amateurteams, sieben immerhin auf Profiteams aus der dritten Liga.

Coups der Underdogs gibt es in der Historie des Wettbewerbs zuhauf. Leidtragende in der vorigen Saison waren Werder Bremen und Leipzig, die beide zum Auftakt gescheitert waren. RB-Coach Ralph Hasenhüttl, der am Mittwoch seinen 50. Geburtstag feierte, muss mit Emil Forsberg, Diego Demme, Bernardo und Ibrahima Konate zwar ein Quartett vorgeben. Zweifel über den Aufstieg gibt es für den Trainer des Champions-League-Teilnehmers deswegen aber natürlich nicht. "Zum Glück haben wir einen großen Kader."

Bayern München gastiert am Samstag beim Drittligisten Chemnitzer FC. Dabei muss Trainer Carlo Ancelotti auf Javi Martinez verzichten, der nach einer im Supercupfinale erlittenen Verletzung an Wadenproblemen laboriert. Zumindest für den Kader ein Thema könnte hingegen Arjen Robben werden. Der 33-jährige Niederländer, der im Sommerurlaub eine Wadenverletzung erlitten hatte, ist am Mittwoch in das Mannschaftstraining eingestiegen.

Herrlich debütiert

Mit Spannung wird das Trainerdebüt von Heiko Herrlich bei Bayer Leverkusen in Karlsruhe erwartet. Der 45-Jährige stieg abgelaufene Saison mit Jahn Regensburg in die Zweite Liga auf und soll den zuletzt enttäuschenden Werksclub wieder in die Erfolgsspur führen. Der Arbeitgeber der ÖFB-Legionäre Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan belegte einen enttäuschenden zwölften Platz. Der Saisonauftakt ist für den Neo-Coach entsprechend wichtig: "Es gibt keine zweite Chance", sagte Herrlich. Er warnte sein Team davor, den Zweitliga-Absteiger zu unterschätzen: "Wenn man da ein bisschen nachlässig ist, kann es ein böses Erwachen geben."

Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic, Florian Kainz und Co. sollten mit erhöhter Konzentration an die Aufgabe gegen die Würzburger Kickers herangehen. Seit 2011 scheiterten die Hanseaten viermal in der Auftaktrunde an damaligen Drittligisten. Trainer Alexander Nouri nahm den Zweitliga-Absteiger durchaus ernst: "Es spielt kein Drittligist gegen einen Erstligisten. Es sind zwei Teams, die mit aller Macht gewinnen wollen."

Freude

Köln-Trainer Peter Stöger kann auf den neu verpflichteten Jhon Cordoba zählen. Der für rund 16 Millionen Euro vom FSV Mainz 05 verpflichtete kolumbianische Stürmer meldete sich rechtzeitig für die Partie gegen den Fünftligisten Leher TS fit. Auch Stöger freute sich, "dass es wieder los geht".

Kurios gestaltete sich die Stadionsuche der TuS Koblenz, die mit Dynamo Dresden den Arbeitgeber von Sascha Horvath und Patrick Möschl empfängt. Weil das Stadion des Regionalligisten aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht, musste man einen alternativen Spielort finden. Viele Vereine lehnten das Gastspiel, nicht zuletzt wegen Sicherheitsbedenken aufgrund des schlechten Rufs der Dynamo-Fans, allerdings ab. Nach über 50 Absagen fand man in Zwickau "Asyl". Die Anreise für die Koblenzer ist somit mit rund 430 Kilometern deutlich länger als jene der "Gäste" (rund 130 km). (APA, 10.8.2017)

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