"Hellblade": Spielerbestrafung war doch nur ein Bluff

10. August 2017, 10:06
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In Ninja Theorys Abenteuer ist nichts so endgültig tödlich, wie es scheint

Der Marketingtrick ist aufgegangen: Mit einer vermeintlichen Bestrafung von Spielern, die zu oft versagen, erhielt Ninja Theorys neues Action-Adventure "Hellblade: Senua's Sacrifice" zum Marktstart Anfang der Woche ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit. Gleich zu Beginn warnt das Spiel: Sollte man zu oft sterben, würde sämtlicher Spielfortschritt verloren gehen und man müsste von Neuem anfangen.

Mehrere Medien und auch wir konnten nun dieser ungewöhnlich strikten Spielmechanik auf den Grund gehen und mussten feststellen, dass es sich hierbei wohl nur um eine leere Drohung handelt.

Träge Fäulnis

Die Seite PCGamesN wies bereits am Montag darauf hin, dass alles nur ein Bluff sein könnte. Die Tester ließen Protagonistin Senua ganze 50 Mal sterben – ohne Konsequenzen. Dieser Tortur gab sich die britische Seite Eurogamer nicht hin, anstelle dessen versuchten deren Tester das eigentliche Bestrafungssystem zu analysieren.

Laut Spielbeschreibung würde Senua mit jedem Ableben stärker von einer schwarzen Fäulnis befallen. Wird ihr Kopf davon erfasst, heißt es zurück an den Start. Doch tatsächlich scheint es so etwas wie eine dynamische Ausbreitung dieser Fäulnis nicht zu geben. Wie auch der GameStandard bestätigen kann, ändert sich die Ausbreitung der Krankheit innerhalb eines Levelabschnittes nicht – egal wie oft man stirbt. Tatsächlich dürfte das System an den Verlauf der Geschichte gekoppelt zu sein und nicht vom Spieler direkt beeinflusst werden zu können.

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So spielt sich "Hellblade"

Gelungener Schreck?

Ninja Theory hat sich damit offenbar einen Spaß erlaubt, der aber durchaus seinen Zweck erfüllt hat. Durch die anfängliche Warnung wird zusätzlich Spannung erzeugt und Spieler stehen bei den Kämpfen noch mehr unter Druck.

Eine offizielle Stellungnahme seitens der Entwickler steht noch aus. Für ein Spiel, in dem die Protagonistin nie so recht weiß, was real ist und was nur in ihrem Kopf existiert, ist dieser Scheinschreck jedenfalls gelungen. Ein echtes "Permadeath"-System in einem Story-getriebenen Action-Adventure wäre trotzdem mutiger, aufregender gewesen. (zw, 10.8.2017)

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