Rückholaktion: Verdächtige Fipronil-Eier auch in Oberösterreich

10. August 2017, 17:07
112 Postings

Zwei oberösterreichische Großhändler importierten verdächtige Eier, mehrere Hundert Kilo gekochte und geschälte Eier wurden an die Gastronomie erkauft

Linz – Erstmals sind am Donnerstag in Österreich importierte Eier aufgetaucht, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sein könnten. Zwei oö. Großhändler haben offensichtlich mehrere Hundert Kilo gekochte und geschälte Eier von Chargen, die in Deutschland als betroffen gelten, an die heimische Gastronomie verkauft, bestätigte der zuständige Landesrat Rudi Anschober (Grüne) einen Bericht des ORF OÖ.

"Es wurden sofort nach Information aus Deutschland die belieferten Abnehmer in ganz Österreich durch die beiden Unternehmen informiert und ein vorsorglicher Rückruf veranlasst", teilte das Büro Anschober mit. Derzeit laufe die Rückholaktion jener niederländischen Eier, die bei einer der beiden Firmen bereits abgeschlossen sei.

Kommission will Lehren ziehen

Die EU-Kommission will indes Lehren aus dem Eier-Skandal ziehen und ihr Schnellwarnsystem verbessern. "Jetzt ist der Moment, um in einer koordinierten und transparenten Weise zu handeln, nicht um irgendein Schwarzer-Peter-Spiel anzufangen", sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel.

Das erwarteten die europäischen Bürger – "und das machen wir". Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten wolle die Kommission über eine Verbesserung der Wirksamkeit des Schnellwarnsystems diskutieren.

Die EU-Kommission hat entgegen ersten eigenen Angaben schon Anfang Juli Informationen zu Fipronil-Eiern erhalten. Dies geht aus dem Bericht der belgischen Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK vom Mittwoch hervor, der der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel vorliegt. Die EU-Kommission bestätigte die Meldung an die EU-Plattform.

Eine Sprecherin der EU-Behörde hatte noch am Dienstag jegliche Kenntnis ihrer Behörde zu Fipronil-Eiern in Belgien vor dem 20. Juli verneint. Belgien hatte laut FASNK-Bericht am 6. Juli über diese EU-Plattform Informationen aus den Niederlanden angefragt, um die mutmaßliche Verbreitung des Insektengifts im Geflügelsektor nachzuvollziehen zu können. Belgische Ermittler pochten damals auf Mithilfe von ihren niederländischen Kollegen.

Im Bericht der FASNK heißt es: "6.7.2017: Frage an die Niederlande gerichtet über das Antibetrugssystem AAC-FF, mit Erläuterung der Hypothesen betreffend die ursprüngliche Verunreinigung. Diese Nachricht wird auch von den europäischen Instanzen gelesen, die das System betreiben." Betreiber ist die EU-Kommission. (APA, 10.8.2017)

Dieser Artikel wurde upgedatet

Share if you care.