Hamburg: Messerangreifer plante Anschlag mit Lastwagen

9. August 2017, 17:01
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26-jähriger Palästinenser soll umfangreiches Geständnis abgelegt haben

Hamburg – Der Messerangreifer von Hamburg hat Berichten zufolge auch ein Attentat mit einem Lastwagen nach dem Vorbild des Berliner Weihnachtsmarktanschlags in Betracht gezogen. In einem umfangreichen Geständnis habe der 26-jährige Ahmad A. ausgesagt, er habe bei der Tat möglichst viele "Christen und Jugendliche" töten wollen, berichteten deutsche Medien am Mittwoch.

A. habe als "Märtyrer" sterben wollen und bedaure, dass er nicht mehr Menschen töten konnte, berichteten die "Süddeutsche Zeitung" sowie der Nord- und der Westdeutsche Rundfunk. Zunächst habe er erwogen, mit einem Lastwagen oder Auto anzugreifen. Dann habe er sich spontan für ein Messer als Waffe entschieden. Der Palästinenser aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte am 28. Juli in einem Supermarkt das Messer aus einer Auslage genommen, einen Mann getötet und sieben Menschen verletzt.

IS-Fahne

Den Berichten zufolge will sich A. seit 2014 mit der radikalen IS-Ideologie beschäftigt haben. Von einem tatsächlichen Kontakt zum IS sei den Ermittlern aber nichts bekannt. In A.s Spind in einem Flüchtlingsheim im Norden Hamburgs fanden Ermittler demnach zwar einen Stoffwimpel mit dem IS-Logo. In der Haft habe er jedoch erklärt, dass er die Tat nicht im Namen des IS begangen habe.

Offen sei auch, welche Rolle eine psychische Auffälligkeit A.s gespielt habe. Das deutsche Landesamt für Verfassungsschutz hatte nach Hinweisen aus seinem Umfeld schon am 3. November 2016 mit ihm gesprochen, ihn als psychisch labil eingeschätzt und am 10. Jänner 2017 der Polizei empfohlen, den sozialpsychiatrischen Dienst einzuschalten. Warum dann nichts geschah, muss noch aufgeklärt werden. Ein Gutachter soll A. nun psychiatrisch untersuchen.

Auslöser der Tat soll das Freitagsgebet in einer Moschee nahe dem Supermarkt gewesen sein, die er kurz davor aufgesucht habe. Der Imam dort habe in seiner Predigt vom Tempelberg in Jerusalem gesprochen, sich aber nicht extremistisch geäußert oder Gewalt befürwortet. Auch für Kontakte A.s in die salafistische Szene gebe es keine Hinweise.

A. sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft. Er war den Sicherheitsbehörden im Vorfeld als Islamist bekannt. Nach Behördenangaben gab es Hinweise auf eine Radikalisierung des ausreisepflichtigen Mannes, weshalb Polizei und Verfassungsschutz mit ihm in Kontakt standen. Zudem war er demnach als "psychisch labil" eingestuft. Am Mittwochnachmittag tagte auch der Hamburger Innenausschuss zu A.s Fall. (APA, 9.8.2017)

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