Umwelthilfe beantragt Millionen-Strafe gegen Porsche

9. August 2017, 15:23
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Deutsche Verbraucherschützer wollen "Präzedenzfall" im Abgasskandal schaffen

Berlin/Stuttgart – Wegen unzulässiger Abgassysteme hat die Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation Deutsche Umwelthilfe beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine Geldstrafe in Höhe von 110 Mio. Euro gegen den Autobauer Porsche beantragt. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch teilte am Mittwoch mit, die Umwelthilfe wolle damit einen "Präzedenzfall" schaffen.

Zuvor hatte das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" über den Antrag berichtet. Ein Porsche-Sprecher in Stuttgart wollte sich dazu nicht äußern.

Ende Juli hatte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) für europaweit 22.000 Fahrzeuge des Typs Porsche Cayenne mit 3,0-Liter-TDI-Motor einen Pflicht-Rückruf angeordnet. In den Autos sei eine illegale Abgassoftware eingesetzt. Es dürfen vorerst auch keine neuen Wagen des Typs auf die Straße.

"Jeder Bürger und Kleinunternehmer muss Recht und Gesetz achten", sagte Resch laut Mitteilung zum Bußgeld-Antrag. "Wird er bei einem Park- oder Verkehrsverstoß ertappt, drohen ihm der Schwere seines Vergehens nach entsprechende Strafen. Dies muss zukünftig auch für Automobilkonzerne gelten, die im Dieselabgasskandal in Deutschland bisher von jeglichen Strafen verschont wurden."

Die Umwelthilfe ist im Dieselskandal bekannt für zahlreiche Klagen gegen Autobauer wegen überhöhter Abgaswerte sowie zu Fahrverboten in Städten. (APA, 9.8.2017)

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