Nordkorea-Konflikt treibt Anleger in Gold und Franken

9. August 2017, 12:38
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Die Anleger versuchten riskantere Anlagen zurückzufahren und steuern wieder sichere Häfen an

Frankfurt – Der verbale Schlagabtausch von US-Präsident Donald Trump mit Nordkorea hat am Mittwoch an den Devisenmärkten Nervosität geschürt. "Das Risiko, dass diese Spannungen sich in einem militärischen Konflikt entladen, wird stündlich greifbarer", sagte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt bei der Bremer Landesbank. Die Anleger versuchten daher, riskantere Anlagen zurückzufahren. Davon profitierte vor allem das als Krisenwährung geltende Gold. Eine Feinunze verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1269,20 Dollar.

Zudem waren die traditionell als sicherer Hafen geltenden Währungen wie Yen und Franken gesucht. Zur japanischen Währung fiel der Greenback auf 109,66 Yen von 110,30 Yen. Zum Franken gab er 1,1 Prozent auf 0,9639 Franken nach. Der Euro fiel zum Franken um mehr als ein Prozent auf 1,1317 Franken. "Vorerst erscheint eine schnelle Deeskalation der Lage unwahrscheinlich, Yen und Franken sollten vorerst also gefragt bleiben", schrieb Bayern LB-Analyst Manuel Andersch. Zum Euro machte der Dollar dagegen Boden gut. Die Gemeinschaftswährung entfernte sich mit 1,1740 Dollar weiter von dem vorige Woche erreichten Zweieinhalb-Jahres-Hoch von knapp über 1,19 Dollar.

Der Euro hatte allerdings schon am Dienstagnachmittag nachgegeben, als überraschend gute Daten vom US-Stellenmarkt die Spekulationen auf steigende US-Zinsen verstärkt hatten. So war die Zahl neu geschaffener Stellen nach Angaben des US-Arbeitsministeriums im Juni auf ein Rekordhoch gestiegen. Normalerweise würden diese Daten wenig beachtet, erklärte Andersch. Doch dieses Mal seien sie als Untermauerung der guten amtlichen Juli-Daten vom vergangenen Freitag positiv aufgenommen worden. Viele Händler halten eine Korrekturbewegung des Euro für überfällig. (Reuters, 9.8.2017)

  • Die Krisenwährung Gold zählt wieder.
    foto: apa/dpa/boris roessler

    Die Krisenwährung Gold zählt wieder.

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