"Judenschwein": Wer hinter den Hassbotschaften gegen das Twitter-Büro steckt

    7. August 2017, 16:10
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    Aus Protest gegen den Umgang des Konzerns mit hetzerischen Kommentaren

    Der israelisch-deutsche Künstler Shahak Shapira hat vor einem Hamburger Büro des Kurzbotschaftendiensts Twitter Hassbotschaften auf die Straße gesprüht. "Wenn Twitter mich zwingt, diese Dinge zu sehen, dann müssen sie es auch zu sehen bekommen", sagte Shapira in einem Internetvideo. Mit seiner Aktion unter dem Twitter-Stichwort #heytwitter protestiert Shapira gegen die Löschpolitik des Konzerns.

    Auswahl aus Hasskommentaren

    Vor dem Gebäude des Twitter-Büros am Bahnhof Altona waren in der Nacht zum Freitag 30 Kurztexte in weißer Schrift auf den Boden gesprüht worden. Diese enthielten rassistische und antisemitische Beleidigungen wie "Judenschwein" und forderten dazu auf, den Leser der Nachricht zu "hängen" oder zu "vergasen". Wer die Botschaften warum gesprüht hatte, war bis zum Montag unklar geblieben.

    shahak shapira

    Nach Angaben von Shapira handelt es sich bei den gesprühten Texten um eine Auswahl aus rund 300 Hasskommentaren, die er dem Konzern in den vergangenen Monaten angezeigt habe. Diese Tweets seien aber entweder ignoriert, als zulässig eingestuft oder ohne eine Benachrichtigung an Shapira gelöscht worden. Twitter sichert seinen Nutzern zu, auf die gemeldeten Tweets zu reagieren.

    Lob für Facebook

    Shapira kritisierte, dass es sich bei vielen der von ihm gemeldeten Tweets um "absolut ernst gemeinte Gewaltandrohungen" handle. Dennoch lasse ihn Twitter mit dem Hass anderer Twitter-Nutzer allein. Dagegen lobte Shapira Facebook: Das in der Vergangenheit für seine Löschpolitik oft kritisierte Netzwerkhabe von 150 gemeldeten Hasskommentaren etwa 80 Prozent gelöscht – und das binnen drei Tagen.

    Auf Twitter erhielt Shapira für seine Aktion viel Zustimmung von anderen Nutzern. Das Unternehmen selbst äußerte sich zunächst nicht zu der Aktion: Weder veröffentlichte die Deutschlandzentrale einen Tweet noch war das Unternehmen für Presseanfragen zu erreichen. Mit rechtlichen Konsequenzen muss Shapira wohl nicht rechnen: Die gesprühten Botschaften waren abwaschbar. (APA/AFP, 7.8.2017)

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