Außenminister Nord- und Südkoreas sollen sich getroffen haben

7. August 2017, 11:49
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Das Treffen soll am Rande des Asean-Forums stattgefunden haben – Pjöngjang wies offenbar Angebot zum Dialog zurück

Seoul/Pjöngjang – Die Außenminister von Nord- und Südkorea sind nach einem Agenturbericht am Rande des Asean-Regionalforums in Manila zusammengetroffen. Bei dem kurzen Zusammentreffen in der philippinischen Hauptstadt habe die südkoreanische Chefdiplomatin Kang Kyung-wha ihren nordkoreanischen Amtskollegen Ri Yong-ho aufgefordert, das Angebot zum Dialog anzunehmen.

Das meldete die Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf einen Vertreter des Außenamts in Seoul. Ri habe das Angebot aber zurückgewiesen. Der nordkoreanische Außenminister erklärte demnach, das Angebot aus Seoul sei nicht "aufrichtig".

Chinas Außenminister Wang Yi sagte allerdings, dass Nordkorea damit das Angebot nicht völlig zurückgewiesen habe und dass die Hoffnung auf eine Verbesserung der Beziehungen der beiden koreanischen Staaten bestehe. US-Außenminister Rex Tillerson erklärte, ein Dialog sei möglich, wenn die Umstände es zuließen.

China stimmte für Handelssanktionen

Im Atomstreit mit Nordkorea hatte zuvor der wichtigste Verbündete Pjöngjangs den Druck erhöht: China stimmte im Uno-Sicherheitsrat am Samstag drastischen Handelssanktionen gegen Nordkorea zu und forderte das Land am Sonntag indirekt auf, seine Atom- und Raketentests zu stoppen.

Der chinesische Außenminister Wang Yi sprach sich zudem für eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm aus. Die Gespräche, für die China die USA, Russland, Japan sowie Nord- und Südkorea an einen Tisch holte, liegen seit Jahren auf Eis.

Durch die Sanktionen sollen der Regierung in Pjöngjang rund eine Milliarde Dollar (842,60 Millionen Euro) an Einnahmen aus Exporten entzogen werden, das entspricht einem Drittel der Summe aller Ausfuhren aus Nordkorea. Der Exportbann betrifft Kohle, Stahl und Eisen, Blei, Fisch und Meeresfrüchte.

Nordkorea will nicht über Atomprogramm verhandeln

In einer einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Montag macht Nordkorea aber klar, dass das Land keine Abstriche an seinem Atomprogramm machen will. Die "atomare Abschreckung zur Selbstverteidigung" Nordkoreas stehe nicht zur Verhandlung, solange die USA das Land bedrohten, hieß es in der Meldung. "Wir werden niemals auch nur einen einzigen Schritt weg von der Stärkung unserer Atommacht unternehmen."

Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat wiederum dazu aufgerufen, maximalen Druck auf Nordkorea auszuüben. Das Regime in Pjöngjang müsse "auf den richtigen Pfad" geführt werden, sagte er in einem Telefongespräch mit US-Präsident Donald Trump am Montag. Russland hat eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel gefordert. Außenminister Sergej Lawrow teilte am Montag mit, er habe bei einem Treffen mit seinem nordkoreanischen Kollegen Ri Yong-ho zur Zurückhaltung in dem Konflikt aufgerufen.

Sanktionen nach Raketentests

Die USA hatten begonnen, mit Peking über neue Sanktionen zu verhandeln, nachdem Nordkorea am 4. Juli erstmals eine Interkontinentalrakete getestet hatte. Ein zweiter Test am 28. Juli nährte die Befürchtungen, Nordkorea treibe die Entwicklung einer Rakete voran, die US-Festland erreichen würde.

Nordkorea hat seit 2006 Land fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Trotz bereits bestehender umfassender Sanktionen treibt das Land seit Jahren sein Atomwaffenprogramm voran. (red, APA, 7.8.2017)

  • Die Außenminister der Asean-Länder auf den Philippinen.
    foto: apa

    Die Außenminister der Asean-Länder auf den Philippinen.

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