Sturm mit Sieg im Burgenland an der Sonne

6. August 2017, 21:12
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Die Grazer setzten sich zum Abschluss der Runde beim SV Mattersburg mit 3:2 durch und bleiben Tabellenführer

Mattersburg – Sturm Graz ist in der Fußball-Bundesliga weiter makellos. Drei Tage nach dem Europacup-Aus gegen Fenerbahce wandelten die Grazer in Mattersburg einen 0:1-Rückstand in einem 3:2 (1:1)-Erfolg um. Die Elf von Trainer Franco Foda steht nach der dritten Runde als einziges Team mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze. Es war der dritte 3:2-Sieg im dritten Ligaspiel.

Charalampos Lykogiannis (17.), Philipp Huspek (51.) und Ex-Mattersburger Thorsten Röcher (69.) steuerten die Tore zum letztlich verdienten Sieg bei. Bei Mattersburg hatte Markus Pink die frühe Führung markiert (9.). Stefan Maierhofer besorgte aus einem Handelfmeter in der Nachspielzeit den 2:3-Endstand.

Siebenhandl entschärft

Die Zuschauer im Mattersburger Pappelstadion sahen zu Beginn eine starke Heimmannschaft. Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl hatte nach drei Minuten bereits gute Distanzschüsse von Andreas Gruber und Jano entschärfen müssen. In der 10. Minute war der Schlussmann überwunden: Ex-"Blacky" Gruber bediente Pink ideal, der Offensivspieler drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Die Grazer wirkten vom frühen Gegentreffer zwar konsterniert, nutzten aber ihre erste Möglichkeit zum Ausgleich: Peter Zulj überraschte Mattersburgs Hintermannschaft mit einem schnell ausgeführten Freistoß, und der aufgerückte Linksverteidiger Lykogiannis traf aus halblinker Position ins lange Eck (17.). Danach hatten die Grazer mehr vom Spiel: Huspek traf den Ball nicht richtig (24.), Philipp Zulechner fehlten nach einer Lykogiannis-Flanke wenige Zentimeter Körpergröße.

Sturm dreht auf

Nach dem Seitenwechsel drehten die Gäste auf. Zulechner tauchte nach Doppelpass mit Huspek alleine vor Markus Kuster auf, scheiterte mit seinem Schuss aufs lange Eck aber am Schlussmann (49.). Danach brillierte der starke Zulj wiederum als Vorbereiter: Der Sommer-Neuzugang chippte den Ball gefühlvoll über die burgenländische Abwehrreihe, und Huspek traf per Flachschuss durch die Beine von Kuster zur erstmaligen Gästeführung.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Röcher ließ die mögliche Vorentscheidung per Doppelchance gegen Kuster und den blockenden Lukas Rath erst noch aus (61.), traf danach aber doch: Huspek setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Röcher ideal. Der Flügelstürmer bezwang bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte Kuster und verzichtete danach auf den Torjubel (69.).

Mattersburg hingegen nutzte seine durchaus vorhandenen Chancen nicht: Siebenhandl zeichnete sich in extremis gegen Pink (63.) und Masaya Okugawa (72.) aus. Eine scharfe Hereingabe von Gruber segelte knapp an Alois Höller und Rath vorbei (68.). Mit Fortdauer der Partie entblößten die Burgenländer zusehends die Abwehr: Lykogiannis (77./von Höller geblockt) und der eingewechselte Deni Alar (85.) vergaben erst noch eine höhere Grazer Führung. In der Schlussminute verwerte Maierhofer einen von Fabian Koch verursachten Handelfmeter zum 2:3 – seinem dritten Saisontor. (APA, 6.8.2017)

Fußball-Bundesliga – 3. Runde: SV Mattersburg – SK Sturm Graz 2:3 (1:1). Mattersburg, Pappelstadion, 3.800 (Schätzung) SR Lechner.

Tore: 1:0 (10.) Pink

1:1 (17.) Lykogiannis

1:2 (51.) Huspek

1:3 (69.) Röcher

2:3 (90.) Maierhofer/Handelfmeter

Mattersburg: Kuster – Höller, Ortiz, Rath, Hart – Erhardt, Jano – Pink (70. Okugawa), Ertlthaler (63. Prevljak), Gruber (75. Bürger) – Maierhofer

Sturm: Siebenhandl – Hierländer, Koch, Maresic, Puchegger, Lykogiannis – Lovric, P. Zulj (89. Jeggo) – Huspek (76. Potzmann), Zulechner (81. Alar), Röcher

Gelbe Karten: Erhardt, Maierhofer, Jano, Prevljak bzw. Hierländer, Lovric, Röcher

  • Stimmen:

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "Gratulation an Franco Foda und Sturm Graz zum Sieg. Wir haben es ihnen trotzdem sehr schwer gemacht. Es ist sehr schade, dass wir dennoch keinen Punkt gemacht haben, denn spielerisch war meine Mannschaft heute sehr gut. Lediglich im Abschluss müssen wir effizienter werden. Wir müssen daraus lernen."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Wir haben intensive Wochen hinter uns. Wir hatten nur kurz Zeit, uns auf Mattersburg einzustellen, waren aber trotzdem gut. In der letzten Saison haben wir nie ein Spiel gedreht, deswegen ist der Sieg heute umso schöner. Es war ein sehr intensives Spiel. Der SVM ist eine gute und schnelle Mannschaft, ich bin sehr zufrieden."

Thorsten Röcher (Ex-Mattersburger, Sturm-Spieler und Torschütze): "Es war sehr ungewohnt, hier heute zu spielen und in die andere Kabine zu gehen. Mattersburg ist sehr heimstark und hat heute sehr giftig gespielt. Es ist immer schön ein Tor zu erzielen, aber mir war klar, dass ich heute nicht jubeln würde. Der Saisonstart ist natürlich überragend."

  • Spielt ganz gerne 3:2 – der SK Sturm Graz
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Spielt ganz gerne 3:2 – der SK Sturm Graz

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